Informationen und Positionen zur politischen Bildung für Menschen mit Behinderungen
Mittwoch, 8. Juli 2020
"Ich lass mich nicht behindern!" - Unternehmer mit Behinderungen
Es ist eine besondere Reihe auf 3Sat: Besonders Normal gibt Einblicke in die Lebenswelten von Menschen mit Behinderungen. Die Sendereihe begleitet Menschen mit Behinderung in ihrem Alltag. Wie kann Teilhabe gelingen, was wurde bisher erreicht und welche Voraussetzungen müssen noch geschaffen werden, damit aus dem Traum "Inklusion" Wirklichkeit wird? „Besonders Normal“ wird in Zusammenarbeit mit der ZDF-Reihe „Menschen – das Magazin“ realisiert.
Dienstag, 23. Juni 2020
Sehnsucht nach Normalität - Menschen mit Behinderungen in der Corona-Krise
Die Corona-Krise geht weiter – und die Probleme für Menschen mit Behinderungen. Auch in diesem Monat steht mein Bericht ganz unter dem Eindruck der Corona-Krise, die Menschen mit Behinderun-gen und ihre Angehörige vor ganz besondere Herausforderungen stellt.
Sie beklagt, dass von der Förderschule ihrer Tochter gar nichts kam – weder digital noch analog. Es fand einfach kein Unterricht, kein schulischer Austausch und keine Förderung statt.
Schon vor der Pandemie waren viele Eltern von Menschen mit Behinderungen unendlich erschöpft: Schuld sind der seit Jahren bestehende Fachkräftemangel, die inadäquate Bezahlung dieser Berufe und das unzureichende Unterstützungssystem für Familien mit herausfordernden Lebensumständen.
Corona hat diese Situation verschärft, denn die betreuten Menschen leiden am meisten.
Seit der Corona-Krise sollte Inklusion auch als eine notwendige Bedingung für eine widerstandsfähige und lebendige Gesellschaft sichtbar und spürbar geworden sein.
Sehnsucht der Normalität
Der Bericht der Süddeutschen Zeitung beschreibt die Situation einer Einrichtung in Herrsching – sie gilt aber wohl für viele Menschen mit Behinderungen – die Sehnsucht nach Normalität. Besuchsverbote, eingeschränkter oder ganz eingestellter Betrieb in Werkstätten für Behinderte. Es ist auch für die Betreuer*innen eine besondere Situation: Es ist ein Spagat, den wir hier vollbringen - zwischen Normalität und dem Schutz der Menschen mit BehinderungUnendlich erschöpft
In der ZEIT berichtet eine Mutter einer Tochter mit Behinderungen eindrucksvoll über ihren Alltag in Zeiten von Corona.Sie beklagt, dass von der Förderschule ihrer Tochter gar nichts kam – weder digital noch analog. Es fand einfach kein Unterricht, kein schulischer Austausch und keine Förderung statt.
Schon vor der Pandemie waren viele Eltern von Menschen mit Behinderungen unendlich erschöpft: Schuld sind der seit Jahren bestehende Fachkräftemangel, die inadäquate Bezahlung dieser Berufe und das unzureichende Unterstützungssystem für Familien mit herausfordernden Lebensumständen.
Corona hat diese Situation verschärft, denn die betreuten Menschen leiden am meisten.
Seit der Corona-Krise sollte Inklusion auch als eine notwendige Bedingung für eine widerstandsfähige und lebendige Gesellschaft sichtbar und spürbar geworden sein.
Hilfen für Werkstätten mit Behinderungen
Nicht verschweigen möchte ich, dass die Bundesregierung sich auch um die Beschäftigten der Werkstätten kümmert. Die Einbußen der Werkstattbeschäftigten werden zumindest teilweise kompensiert. Ebenso erfreulich: zumindest einige Beschäftigte konnten zurück an ihre Arbeitsplätze.Donnerstag, 21. Mai 2020
Die Corona-Krise - mehr Ausgrenzung denn je?
In einem interessanten Artikel im Deutschlandfunk wird die Situation von Menschen mit Behinderungen in der Corona-Krise beschrieben.
Aber auch die Lockerungen könnten Probleme bringen, z.B. wenn Assistent*innen krank werden.
Berechtigt finde ich auch die Klage, dass die Anliegen von Menschen mit Behinderungen in der Berichterstattung kaum Beachtung findet.
Die Folgen der Schließung der Werkstätten geht weit über das Problem der Betreuung hinaus. Es ist für viele Mitarbeiter*innen ein wichtiger Bestandteil des Lebens.
Dies zeigt eindrucksvoll der Bericht in den Tagesthemen - ab Minute 10:20.
Mehr Ausgrenzung denn je
Verena Bentele, die Präsidentin des Sozialverbands VdK, befürchtet durch die Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie noch mehr Ausgrenzung erfahren. Besonders für Menschen mit geistigen Behinderungen sind Regeln wie Maskenpflicht und Abstandhalten herausfordernd. Für Gehörlose bedeutet die Maskenpflicht zudem eine massive Beeinträchtigung der Kommunikation.Aber auch die Lockerungen könnten Probleme bringen, z.B. wenn Assistent*innen krank werden.
Berechtigt finde ich auch die Klage, dass die Anliegen von Menschen mit Behinderungen in der Berichterstattung kaum Beachtung findet.
Betreuungseinrichtungen und Werkstätten geschlossen
Eine besondere Herausforderung stellt für Menschen mit Behinderung und deren Familien auch die Schließung von Schulen und Betreuungseinrichtungen – Betreuung wird zur Privatsache.Die Folgen der Schließung der Werkstätten geht weit über das Problem der Betreuung hinaus. Es ist für viele Mitarbeiter*innen ein wichtiger Bestandteil des Lebens.
Dies zeigt eindrucksvoll der Bericht in den Tagesthemen - ab Minute 10:20.
Menschen mit Behinderung sind widerstandsfähiger
Der Bericht im Deutschlandfunk zitiert den Aktivisten Krauthaus, der Menschen mit Behinderungen auch im Vorteil sieht: Sie seien in der Krise teils vielleicht resilienter, sagt er, also psychisch belastbarer und widerstandsfähiger. Menschen ohne Behinderung machten zurzeit Erfahrungen, die viele Menschen mit Behinderung schon ihr ganzes Leben lang hätten. Dazu gehöre die Isolation zu Hause und auch, dass man nicht einfach mal spontan nach draußen gehen können.Donnerstag, 2. April 2020
Corona-Pandemie: 13 Millionen Menschen, einfach übersehen
Zweifellos sind im Moment die Regierungen und die Verwaltungen aller Ebenen bemüht, den Folgen der Corona-Epidemie für alle Beteiligte so gering wie möglich zu halten. Deshalb möchte ich keine Vorwürfe machen, dennoch hat mich der Artikel der Süddeutschen Zeitung tief berührt:
Hinzu kommt die besonderer Situation:
Zugleich ist es schwer, Menschen mit einer geistigen Behinderung rechtzeitig zu helfen, wenn sie sich infiziert haben. Ihnen fehlen schließlich oft die Worte, um darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich krank fühlen… Viele haben nicht das Verständnis dafür, wie das geht mit dem Händewaschen oder wie man das jetzt aushalten soll, in seinem Zimmer zu bleiben".
Ein weiterer Grund, warum man die Arbeit der Menschen gar nicht hoch genug würdigen kann!
13 Millionen Menschen, einfach übersehen
Während etwa für Altenheime Schutzkonzepte entstanden sind, werden Behinderteneinrichtungen im Moment überwiegend sich selbst überlassen. Auch hier gibt es Engpässe beim Schutzmaterial.Hinzu kommt die besonderer Situation:
Zugleich ist es schwer, Menschen mit einer geistigen Behinderung rechtzeitig zu helfen, wenn sie sich infiziert haben. Ihnen fehlen schließlich oft die Worte, um darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich krank fühlen… Viele haben nicht das Verständnis dafür, wie das geht mit dem Händewaschen oder wie man das jetzt aushalten soll, in seinem Zimmer zu bleiben".
Bewunderung und Dank für die Mitarbeiter/innen
Eine dramatische Situation auch für die Mitarbeiter*innen, sie sind besonders gefordert und müssen tagsüber auch zusätzlich Menschen betreuen, die sonst tagsüber in der Werkstatt ist.Ein weiterer Grund, warum man die Arbeit der Menschen gar nicht hoch genug würdigen kann!
Montag, 30. März 2020
Informationen zur Corona-Krise in leichter Sprache
Die Corona-Krise belastet im Moment alle Menschen, für Menschen mit Behinderungen ist sie oft noch schlimmer. Ich möchte deshalb auf einige Informationen verweisen, die das Verständnis erleichtern könnte.
Auch die Bundesregierung bietet Informationen in leichter Sprache: Corona-Virus
Die Stadt Stuttgart hat ein PDF mit Verhaltensregeln in leichter Sprache herausgebracht: Informationen über das Corona-Virus
Auch die Simpleshow hat ein Erklärvideo herausgebracht:
Informationen in leichter Sprache
Die Aktion Mensch bietet einen Überblick, von dem aus zu verschiedene Informationen abgerufen werden können: Corona-InfoseiteAuch die Bundesregierung bietet Informationen in leichter Sprache: Corona-Virus
Die Stadt Stuttgart hat ein PDF mit Verhaltensregeln in leichter Sprache herausgebracht: Informationen über das Corona-Virus
Videos in leichter Sprache
Die Behindertenhilfe Wetteraukreis gGmbH hat ein Video veröffentlicht, in dem das Corona-Virus in einfacher Sprache erklärtAuch die Simpleshow hat ein Erklärvideo herausgebracht:
Mittwoch, 12. Februar 2020
Inklusive Bildungsangebote an der VHS Stuttgart
Gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung
Seit 2013 gibt es ein inklusives Bildungsangebot an der vhs stuttgart. Dabei sollen bestehende Angebote für alle zugänglich gemacht und Barrieren für das Lernen und die Teilhabe beseitigt werden. Beim gemeinsamen Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung geht es darum, voneinander zu lernen und andere Perspektiven und Stärken kennen zu lernen.Vielfältiges inklusives Angebot
Die Rückmeldungen aus den inklusiven Kursen sind sehr positiv und wir freuen uns, gemeinsam mit allen am Prozess Beteiligten über unser abwechslungsreiches und interessantes inklusives Kursangebot.Das Motto: Alle Menschen sollen überall dabei sein können. Menschen mit und ohne Behinderung können gemeinsam lernen und Spaß haben.
Weitere Informationen und die Broschüre erhalten Sie über die Homepage der VHS Stuttgart.
Dienstag, 28. Januar 2020
Miteinander und voneinander lernen - Seminar mit Studierenden und Klient/innen
Bei einem Seminar an der Ludwig-Schlaich-Akademie ging es um die Nazi-Zeit, Menschenrechte und Teilhabe – und das gemeinsame Lernen von Studierenden und den Menschen mit Behinderungen, die sie betreuen.
Beeindruckendes Projekt über Grafeneck
Mit Unterstützung von Christa Rommel, Referentin für Bildung und Qualifizierung, berichteten zwei Mitarbeiter der Remstal Werkstätten über ihr Projekt zur Tötungsanstalt Grafeneck. Dort wurden während der Nazizeit über 10.000 Menschen mit Behinderung, darunter über 300 Menschen der Diakonie Stetten, grausam ermordet. Nach dem Besuch der Gedenkstätte entstand der Wunsch, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Dadurch entstand Lernmaterial, das gemeinsam mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg erstellt wurde.Gemeinsames Lernen und gemeinsamer Einsatz für Inklusion
Die Präsentation der beiden Mitarbeiter/innen zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, sich mit den Gräueltaten dieser Zeit auseinanderzusetzen. Die Diskussion über die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes zeigte, dass es zur Inklusion – der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen – noch ein weiter Weg ist. Es lohnt sich aber dafür zu kämpfen!Fazit und Ausblick
So gab es trotz des ernsten Themas viele erfreute Gesichter – auch bei mir. Da ich bisher Menschen mit Behinderungen und die Studierenden immer nur getrennt unterrichtet hatte konnte ich sie nun zusammenbringen – auch dies ein kleiner Beitrag zur Inklusion. Fortsetzung folgt!Weitere Informationen
Jürgen Lutz: Artikel über das gemeinsame Seminar
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