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Freitag, 20. Dezember 2024

Andererseits - Journalismus für alle

Durch die Recherche von Jan Böhmermann bin ich auf die Seite Andererseits  aufmerksam geworden. Journalist*innen mit und ohne Behinderung decken Missstände auf. Ein tolles und wichtiges Projekt!

Wie Deutschland bei der Inklusion versagt

Die Ergebnisse der Recherche mit dem ZDF Magazin Royale sind auf der Seite Inklusion zusammengefasst. Die Beispiele für die Ausgrenzung in der Politik und am Arbeitsmarkt sind hier nochmals ausführlicher beschrieben.

Journalismus von andererseits

Über Lesen gelangt man zu weiteren investigativen Projekten, wie die Behinderung am Arbeitsmarkt, sexualisierte Gewalt und die Lücken beim Katastrophenschutz.

Angebote

Über Kennenlernen kann man sich für einen Newsletter anmelden - Ziel: Lerne Behinderung besser verstehen.  Außerdem gibt es einen Leitfaden für die richtigen Worte im Umgang mit Behinderung und Tipps für Social Media. Für Firmen werden darüber hinaus Workshops angeboten, bei der für Behinderung und Inklusion sensibilisiert wird.

Mittwoch, 19. Juni 2024

Tagesschau in einfacher Sprache – endlich wird der Bildungsauftrag erfüllt

Ich habe mich sehr gefreut, als ich gelesen habe, dass die Tagesschau nun Nachrichten in einfacher Sprache bringt.

Dieses Zusatzangebot der ›Tagesschau‹ richtet sich an Menschen mit Lese-, Lern- und/oder Hörschwierigkeiten, an Menschen mit geringen Deutschkenntnissen oder an Menschen, die sich zum Beispiel nach einem anstrengenden Arbeitstag kurz und einfach informieren wollen. Während der Hass in den Kommentarspalten der sogenannten Sozialen Medien fast zu erwarten war, war ich entsetzt und enttäuscht über manche Reaktionen.

Bildungsauftrag wird erfüllt

Ein Kommentar von Katrin Hörnlein in der ZEIT bringt es auf den Punkt: Hier wird der Bildungsauftrag endlich einmal erfüllt

Abschätziger Vergleich mit Kinderfernsehen

In der neuen Sendung soll es keine Fremdwörter, kaum Nebensätze, kurze Worte geben – und es wird deutlicher und langsamer gesprochen. Viele waren entsetzt: das Volk wird für dumm verkauft, das ist wie im Kinderfernsehen. Bei diesem Vergleich regt sich der Widerstand der Autorin, die als Volontärin für das Kinderfernsehen gearbeitet hat und die akkurate Arbeit dort mit der Tagesschau vergleicht: Viele Menschen verstehen die Nachrichten nicht – in der Sendung mit der Maus sitzt jedes Wort

Nachrichten so präsentieren, dass sie jeder versteht

Mit den Nachrichten in einfacher Sprache werden die Nachrichten so präsentiert, dass jeder sie verstehen kann. Vereinfachen bedeutet etwas wegzulassen, dennoch ist es für rund 17 Millionen Menschen eine Möglichkeit endlich teilzuhaben: Menschen mit gesundheitlichen Problemen, kognitiven Einschränkungen – oder Menschen, die nicht gut genug Deutsch sprechen.

Freitag, 29. April 2022

Raul Krauthausen – Aktivist für Inklusion und Barrierefreiheit

„Auch Nicht-Behinderte haben ein Recht darauf, mit behinderten Menschen zusammen zu leben.“ So lautet die Überschrift der Internetseite von Raul Krauthausen, einem der bekanntesten Aktivisten für Inklusion in Deutschland. Er ist Gründer der Sozialhelden, bietet Blogs und Podcasts und viele weitere Informationen rund um das Thema Inklusion. 

 

Kritik an Heilerziehungspflege, Sozial- und Sonderpädagogik

In einer Rubrik der Startseite geht es um häufig gestellte Fragen und häufig gehörte Aussagen. Dort wendet er sich gegen den Begriff „Heilerziehungspflege“ (Ich möchte nicht geheilt werden) und wendet sich gegen „Schonräume“ durch Einrichtungen für behinderte Menschen.  

Blog

In seinem Blog veröffentlicht er regelmäßig Artikel über seine Themenbereiche. Der aktuelle Eintrag  beschäftigt sich mit dem Thema Ableismus ein Jahr nach den Morden im Oberlinhaus.
Erwähnt wird auch eine Dokumentation der ZDF Mediathek, die über den „Aktivisten mit Ecken und Kanten“ berichtet.

Donnerstag, 26. August 2021

Die Paralympischen Spiele – die Illusion von Inklusion?

15 Prozent der Weltbevölkerung leben mit einer Behinderung. Die Paralympischen Spiele lenken die Aufmerksam auf diese Menschen. Seit 1960 gibt es die Sommerspiele, seit 1976 Winterspiele. Die letzten Veranstaltungen fanden immer drei Wochen nach den Spielen am selben Ort statt.
Der Name setzt sich aus den griechischen Worten „para“ für „neben“ und „olympics“ zusammen, die die Nähe zur Bewegung in den Olympics und das Gemeinsame der Spiele aufweisen sollen.

Drittgrößtes Sportfest der Welt

Die Spiele sind im Verlauf immer größer geworden. So sind die Paralympics trotz oder wegen ihrer olympischen Anbindung längst aus dem Schatten des „großen Bruders“ getreten und als drittgrößtes Sportfest der Welt, neben den Olympischen Spielen und der Fußball-Weltmeisterschaft, etabliert.

Athleten-Klassifizierung

Es gibt fünf Klassifizierungen, die je nach Sportart noch in verschiedene Behinderungsklassen eingeteilt werden - hier die Auflistung der Seite Behinderung.org

  • Amputierte – Sportler, denen mindestens ein Hauptgelenk an einem Glied fehlt
  • Zerebralparese – Sportler mit Beeinträchtigung ihres Bewegungsablaufes, sowie ihrer Haltung (folglich einer Schädigung eines oder mehrerer Gehirnsteuerzentren)
  • Sehbehinderte – in unterschiedlichem Maße sehbehinderte bis blinde Sportler
  • Rollstuhlsport – Sportler, die ihren Sport in einem Rollstuhl ausüben
  • Kleinwüchsige – max. 1,45 m (Männer) oder 1,37 m (Frauen) große Athleten
  •  Les Autres („Die Anderen/die Übrigen“) – Sportler mit unterschiedlichem den Bewegungsapparat betreffenden Handicap, die jedoch in keine der oberen Kategorien eingeordnet werden können

Aufgrund von Betrugsvorwürfen waren geistig behinderte Menschen teilweise ausgeschlossen, mittlerweile dürfen sie wieder in den Sportarten Leichtathletik, Tischtennis und Schwimmen antreten.

Die Illusion von Inklusion

Ronny Blaschke berichtet in seinem Artikel Die Illusion und Inklusion im Deutschlandfunk.
Rund viereinhalbtausend Athleten aus 162 Ländern gehen in Tokio an den Start. 25 Länder mit eigenen Nationalen paralympischen Komitees sind aber nicht vertreten – sie konnten die Kosten nicht aufbringen oder wurden durch politische Krisen zurückgeworfen.
Die Formel ist einfach: Mit zunehmendem Wohlstand wächst die gesellschaftliche und damit auch sportliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

Probleme auch in Deutschland

Blaschke kritisiert aber auch die Situation in Deutschland: Der Deutsche Olympische Sportbund der Deutsche Behindertenverband arbeiten nebeneinander und auch an der Basis sieht es nicht gut aus. Die Mehrheit der behinderten Menschen ist sportlich nicht aktiv – weil sie wollen, aber auch weil sie gebremst werden. Viele Sportstätten sind nicht barrierefrei, Breitensportvereine haben keine Kapazitäten oder Interesse und auch die Schule ist nicht ausreichend vorbereitet.

Medien – zwischen Übertreibung und Desinteresse

In einem weiteren Artikel kritisiert Ronny Blaschke die Medien: Bei den Paralympics werden die Athlet*innen teils zu Übermenschen stilisiert, abseits der Großereignis-se bekommt der Behindertensport aber nur wenig Aufmerksamkeit.

Mittwoch, 13. Januar 2021

Barrierefreiheit online - Surfen im Dunkeln

DER SPIEGEL hat in der Rubrik Netzwelt einen auch optisch interessant aufgemachten Artikel zur Barrierefreiheit im Internet veröffentlicht – Surfen im Dunkeln

Vielen wird der Zugang zu Online-Informationen verwehrt

Im Artikel wird darauf verweisen, dass vielen Menschen wie Gehörlose, Blinde, motorisch oder kognitiv eingeschränkte Menschen (zu) oft der Zugang zu Online-Informationen verwehrt wird.
Anhang anschaulicher Beispiele wird verdeutlicht woran es oft hakt – und warum auch Behörden ihrer Verpflichtung noch nachkommen

Einfache Mittel für mehr Barrierefreiheit

Es gibt auch zahlreiche Tipps, wie teilweise durch einfache Maßnahmen der Zugang erleichtert werden könnte, z.B. durch Alternativtexte, eine gute Navigationsstruktur oder eindeutige Symbole.