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Dienstag, 11. August 2020

Magazin für Menschen - Das Recht auf Familie

In der Senderreihe „Menschen-das-Magazin“ geht es im August um ein sehr brisantes Thema – das Recht auf Familie. Dieses Recht haben Menschen mit Behinderung häufig nur auf dem Papier. Sie müssen sich rechtfertigen. Behinderten Eltern – wie Lukas Pordzik - wird mit Vorurteilen begegnet.

Ein Vater kämpft um seine Kinder

Der Film handelt von einem Menschen mit Lernbehinderung, der sich das Sorgerecht für seine Kinder erstritten hat.
Unter der Aufsicht von Sozialpädagogen wird seine Elternschaft begleitet, es wird geschaut, wie gut der Vater mit den Zwillingen klarkommt, ob er ihre Bedürfnisse erkennt und für sie sorgen kann. Dieses Unterstützungsangebot für behinderte Eltern funktioniert häufig nicht besonders gut – das Recht auf Familie ist dann plötzlich vom Wohnort abhängig.

Spannende Berichte über Menschen mit Behinderung

Auf der Seite des Magazins finden Sie weitere spannende Berichte, z.B. über die Folgen von Corona und den Problemen von Menschen auf dem Arbeitsmarkt.  

Montag, 30. März 2020

Informationen zur Corona-Krise in leichter Sprache

Die Corona-Krise belastet im Moment alle Menschen, für Menschen mit Behinderungen ist sie oft noch schlimmer. Ich möchte deshalb auf einige Informationen verweisen, die das Verständnis erleichtern könnte.

Informationen in leichter Sprache

Die Aktion Mensch bietet einen Überblick, von dem aus zu verschiedene Informationen abgerufen werden können: Corona-Infoseite

Auch die Bundesregierung bietet Informationen in leichter Sprache: Corona-Virus


Die Stadt Stuttgart hat ein PDF mit Verhaltensregeln in leichter Sprache herausgebracht: Informationen über das Corona-Virus

Videos in leichter Sprache

Die Behindertenhilfe Wetteraukreis gGmbH hat ein Video veröffentlicht, in dem das Corona-Virus in einfacher Sprache erklärt



Auch die Simpleshow hat ein Erklärvideo herausgebracht:

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Broschüren der Bundeszentrale - Internet und Digitalisierung

Der sichere Umgang mit Internet und Smartphone ist für Menschen mit Behinderungen ein wichtiges Thema. Zu Internet und der digitalen Welt hat die Bundeszentrale für politische Bildung Broschüren und Audio-CDs veröffentlicht.

Internet und Smartphone  

Das Heft in einfacher Sprache können Sie über die Seite der Bundeszentrale bestellen und herunterlagen: 
Über den Inhalt:
Wir leben in einer digitalen Welt. Deshalb wird viel über Computer, Smartphone und Digitalisierung gesprochen. Vielleicht fragen Sie sich: Was ist ein Computer? Was kann ich alles mit einem Smartphone machen? Was bedeutet Digitalisierung? Das alles wird in diesem Heft erklärt. In einfacher Sprache.

Die digitale Welt

Das Heft in einfacher Sprache können Sie über die Seite der Bundeszentrale bestellen und herunterlagen:
Über den Inhalt:  
Internet gehört für viel Menschen zum Leben dazu: Dort informieren sie sich, tauschen sich mit anderen aus, sehen Videos, kaufen ein und vieles mehr. Was das Internet ist, wie es funktioniert, wie dort Firmen Daten sammeln und warum es gut sein kann, darüber etwas zu wissen, erklärt dieses Heft.

Donnerstag, 21. März 2019

Broschüren zur Europa- und Kommunalwahl 2019 in leichter Sprache

Zur Kommunal- und Europawahl 2019 hat die Landeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe und der Landesbehindertenbeauftragten tolle Materialien veröffentlicht. 

Ergänzung August 2020: Mittlerweile stehen diese Dokumente nur noch im Downloadbereich

Europawahl 2019 in leichter Sprache: Einfach wählen gehen

In leichter Sprache werden die Europäische Union, Parteien und der Wahlvorgang ausführlich erklärt.

Kommunalwahl 2019 in leichter Sprache: Einfach wählen gehen

In leichter Sprache werden Gemeinde, Landkreise und der Wahlvorgang ausführlich erklärt.

Leitfaden für Assistenzkräfte – Europa- und Kommunalwahlen 2019

Neben Informationen zu den beiden Wahlen wichtige Informationen, was Betreuende machen dürfen (und sollen!). Außerdem – 10 gute Gründe zu wählen. Absolut empfehlenswert!

Samstag, 2. März 2019

Aus Politik und Zeitgeschichte - Menschen mit Behinderungen

Die Zeitschrift von Aus Politik und Zeitgeschichte beschäftigt in der Ausgabe vom 4. Februar 2019 mit der Situation von Menschen mit Behinderungen.
Seitdem die UN-Behindertenrechtskonvention 2009 in Deutschland in Kraft getreten ist, sind Fortschritte beim Abbau dieser Barrieren zu verzeichnen. Mit Blick auf die Lebensbereiche Bildung, Arbeit und Wohnen aber steht die Bundesrepublik mit ihrem ausdifferenzierten System von Förder-schulen, Werkstätten und Wohnheimen vor einem ungelösten Konflikt.




10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention

Besonders empfehlen kann ich den Beitrag „Eine Dekade UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland“, in dem Valentin Aichele eine eher gemischte Bilanz nach 10 Jahren UN-Behindertenrechtskonvention zieht.
Sein Fazit: „Zentrale Aufgabe bleibt es jedoch, die soziale Ausgrenzung und strukturell angelegte Segregation von Menschen mit Behinderungen, die zum Teil als "Inklusion" betitelt wird, zu überwinden.“


50 behindertenbewegte Jahre

Swantje Köbsell blickt auf 50 behindertenbewegte Jahre in Deutschland. Sie beschreibt die Politisierung der 60er Jahre mit der Einforderung von Partizipation und Anerken-nung als Bürger und den Forschungsstrang, der in den 70er entstand.
Trotz der veränderten Aktionsformen ist die Behindertenbewegung ihren Zielen treu geblieben: Ablehnung des individualisierenden, medikalisierenden und normalisierenden Blicks auf Behinderung sowie der aktive Einsatz gegen Aussonderung und Diskriminierung behinderter Menschen

Freitag, 13. Juli 2018

Politik und Politikvermittlung können Spaß machen!

Für die Landeszentrale für politische Bildung habe ich ein Seminar über Themen und Methoden bei Politikseminaren für Menschen mit Behinderungen konzipiert und durchgeführt. Die Teilnehmer/innen – Fachlehranwärter/innen eines Fachseminars für Sonderpädagogik – waren im Rahmen ihrer Vorlesungsreihe „Mensch in der Gesellschaft – Leben in der Gesellschaft“ in die Landeszentrale nach Stuttgart gekommen.

Teilhabe ermöglichen

Die Bedeutung von Multiplikator/innen für das Gelingen politischer Teilhabe kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Das große Interesse der Teilnehmer/innen hat mich deshalb sehr gefreut. Nach einer gemeinsamen Klärung zentraler Begriffe stand der Austausch im Mittelpunkt. Die Referendar/innen berichteten über ihre Arbeit und die weiterhin bestehenden Beschränkungen bei der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe.

Interessante Konzepte für Veranstaltungen

Nach einem Überblick über meine Erfahrungen mit Themen und Methoden waren die Teilnehmer/innen dran: In Kleingruppen erarbeiteten sie Konzepte für Veranstaltungen zu den Themen Mitbestimmung, Flüchtlinge und Europa. Die Ergebnisse waren beeindruckend und erfüllten die Anforderung, dass Politik und Politikvermittlung auch Spaß machen können!

Informationen für Schüler/innen und Lehrer/innen

Im letzten Teil stellte ich gemeinsam mit Prof. Siegfried Frech, Redakteur der Zeitschrift „Bürger im Staat“ bei der Landeszentrale, die umfangreichen Informationen der Landeszentrale für Schüler/innen und Lehrer/innen vor. Im Shop der Landeszentrale konnten sich die Teilnehmer/innen mit Informationsmaterial für sich und ihre Schüler/innen eindecken. Die kostenlosen bzw. günstige Materialien können Sie auch online bestellen.

Lehrer/innen bei der politischen Bildung unterstützen

Es war ein schönes Seminar, das den Teilnehmer/innen hoffentlich genauso gefallen hat wie mir.  Besonders Sonderpädagog/innen können viel zur Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen beitragen. Sie dabei zu unterstützen und ihnen Informationen über die oft komplizierte Politik bereitzustellen sind deshalb wichtige Aufgaben der politischen Bildung.

Weitere Informationen finden Sie auf meiner Homepage.

Donnerstag, 21. Juni 2018

Zentrum für inklusive politische Bildung

Einen tollen Ansatz hat das Zentrum für inklusive politische Bildung (ZipB).

Laboratorium für inklusive politische Bildung

Das ZipB versteht sich v.a. als Laboratorium zur Erkundung, Entwicklung und Erprobung inklusiver Konzepte im Bereich der politischen Bildung. Dabei kommt hier ein heterogenes Team von jungen und erfahrenen Wissenschaftler/innen mit Bildungspraktiker/innen zusammen und wird stets von diversen Menschen mit Ausschlusserfahrungen begleitet und beraten.

Neue Konzepte erkunden und entwickeln

Das Zentrum für inklusive politische Bildung hat sich zum Ziel gesetzt neue Konzepte praxisorientiert und interdisziplinär zu erkunden, zu entwickeln und zu erproben um dadurch den Herausforderungen inklusiver politscher Bildung und den notwendigen Transformationsprozessen mehrdimensional – also auf theoretischer wie praktischer Ebene – zu begegnen.
Diese Konzepte sollen allen Menschen Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglichen.

Bildungspraxis und Bildungsforschung auf Augenhöhe

Ganz konkret wollen wir durch das ZipB ein Raum schaffen, in dem sich Bildungspraxis und (politische) Bildungsforschung auf Augenhöhe begegnen, um gemeinsam Inklusion in der politischen Bildung (weiter) zu entwickeln und zu erforschen, ganz praktisch zu erproben, in die Köpfe und schließlich auch in die individuell erfahrene Lebenswelt der Menschen zu bringen.

Notwendigkeit einer inklusiven politischen Bildung

Besonders gefallen hat mir die Beschreibung der Notwendigkeit einer inklusiven politischen Bildung:
  • Die politische Bildung erreicht bisher nur einen geringen Teil der Menschen.
  • Gruppenbezogene und häufig defizitorientierte Lösungsansätze führen aktuell nicht zur Teil-habe von marginalisierten und diskriminierten Teilen der Gesellschaft

Freitag, 6. April 2018

Informationen zum Bundesteilhabegesetz

Es gibt noch viele Unsicherheit, da einige Elemente des Bundesteilhabegesetzes noch nicht in Kraft sind oder noch umgesetzt werden müssen.

Informationen vom Sozialministerium

Das Sozialministerium berichtet auf der Homepage in einem Schwerpunkt über das Bundesteilhabegesetz.
Es stehen auch Informationen stehen auch in leichter Sprache zur Verfügung. Zur Umsetzung gibt es eine eigene Seite: www.gemeinsam-einfach-machen.de.  

Informationen von Verbänden

Stellvertretend für Verbände, die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzen, hier ein Hinweis auf Informationen der Lebenshilfe – dort enthalten sind auch Informationen zu Änderungen und zum Inkrafttreten der weiteren Stufe

Ausführliche Informationen zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in den einzelnen Bundesländern finden Sie hier:  https://umsetzungsbegleitung-bthg.de/.

Montag, 18. September 2017

Verhindern Werkstätten für Behinderte die Inklusion?

Ein interessanter Artikel in der Süddeutschen Zeitung, der mit einer provozierenden Frage beginnt: Verhindern Werkstätten für Behinderte die Inklusion?

Schwierigkeiten für Werkstätten für Behinderte 

Klar ist, dass die Werkstätten mit ihren rund 300.000 Menschen in ihrer Existenz gefährdet wären, wenn die Integration in den ersten Arbeitsmarkt - wie auch von der UN-Behindertenrechtskonvention gefordert - gelingen würde.
Plausibel ist auch das Argument, dass es Werkstätten schwieriger, wenn sie ihren besten Mitarbeiter/innen.

Budget für Arbeit als Alternative? 

Ein "Budget für Arbeit", d.h. Lohnkostenzuschüsse für Arbeitgeber, die die geringere Arbeitsleistung ausgleichen soll, könnte eine Alternative sein. Auch wenn dieses Modell sicher nicht optimal ist, scheint es immer noch besser zu sein als alle Werkstätten zu schließen wie in Großbritannien - dort sind jetzt die Hälfte der ehemaligen Beschäftigten arbeitslos.

Sonntag, 6. August 2017

Informationen – die Landeszentrale für politische Bildung

Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg hat sich in den letzten Jahren intensiv mit inklusiver politischer Bildung beschäftigt. Sie unterstützt Veranstaltungen zu Wahlen und hat einige Broschüren herausgebracht.


Broschüren zur Bundestagswahl

Unter Publikationen/Shop stehen unter „Alle Produkte“ die Angebote zur Bundestagswahl.
Besonders empfehlen kann ich:
Wahl-Hilfe: Bundestagswahl in leichter Sprache
Eine Besonderheit ist der Leitfaden für Assistenzkräfte. Neben inhaltlichen Informationen erhalten Unterstützer/innen kompakte Informationen, wie sie die von ihnen betreuten Menschen unterstützen können und sollen. 
Auch zu früheren Wahlen hat die Landeszentrale Broschüren herausgebracht, u.a. zur Landtagswahl und 2014 zur Europawahl und Kommunalwahl.

Handreichung für leicht verständliche Seminare

Eine tolle Broschüre hilft Dozent/innen bei der Vorbereitung von Seminaren. Nach einer Einleitung über pädagogische Überlegungen folgt die Beschreibung von 13 Übungen und Übungsideen, wie politische Inhalte vermittelt werden können. Auch diese Broschüre können Sie kostenlos bestellen oder herunterladen.

Zeitschrift „Der Bürger im Staat“ zu Inklusion

Die Zeitschrift „Der Bürger im Staat“ beschäftigte sich 2016 mit dem Thema Inklusion.
Die Autor/innen beschäftigten sich mit dem Begriff Inklusion und der Umsetzung bei Arbeitsmarkt, Schule, Wohnen und  Sport. In meinem Beitrag „Politische Bildung mit Menschen mit Behinderungen“ erläutere ich, wie inklusive politische Bildung funktionieren kann. Besonders geeignet sind Wahlen und Besuche von Politiker/innen. Bei der Methode ist auf leichte Sprache zu achten. Hier können Sie die Zeitschrift herunterladen.

Sonntag, 18. Juni 2017

Informationen - Die Bundeszentrale für politische Bildung

Einen wichtigen Beitrag zur Debatte über inklusive politische Bildung hat die Bundeszentrale für politische Bildung geleistet.
In der Rubrik „Inklusiv politisch bilden http://www.bpb.de/lernen/projekte/inklusiv-politisch-bilden/ finden Sie kompakt alle relevanten Informationen zu dem Thema.
Besonders hervorheben möchte ich dabei:

Kongress „Inklusiv politisch bilden“

Im Herbst 2015 hat die Bundeszentrale in Berlin einen Kongress „Inklusiv politisch bilden“ durchge-führt. Mit einem kreativ und inklusiv ausgerichteten Veranstaltungskonzept suchte der Kongress u.a. Antworten auf Fragen wie politische Bildungs- und Partizipationsprozesse inklusiv geplant und gestaltet werden können. In der Denkwerkstatt „Ich sage auch Abgeordneten meine Meinung“ von Christoph Dönges habe ich meine Arbeit vorgestellt. Auch jenseits der Arbeitskreise gab es spannen-de Begegnungen und ich konnte viele neue interessante Projekte kennenlernen.
http://www.bpb.de/lernen/projekte/inklusiv-politisch-bilden/213818/kongressdokumentation

Buch: Didaktik der politischen Bildung

Dönges, Christoph/Hilpert, Wolfram/Zurstrassen, Bettina (2015): „Didaktik der politischen Bildung“
Die Publikation geht der Frage nach, wie durch politische Bildung, inklusiv geplant und gestaltet, die politische Teilhabe aller ermöglicht werden kann. Denn Inklusion ist ein Menschenrecht, eine Aufgabe für alle. Der Fokus liegt auf der Förderung der Politikkompetenz von Menschen mit Lernschwierigkeiten
Sie können dieses Buch für 4,50 € bei der Bundeszentrale bestellen:

http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/210959/didaktik-der-inklusiven-politischen-bildung
Ebenfalls erwähnen möchte ich zwei Ausgaben der Serie „Aus Politik und Zeitgeschichte“:
Ausgabe 23/2010: „Menschen mit Behinderungen“ und Ausgabe  „Leichte und Einfache Sprache“

Hefte in leichter Sprache „Einfach erklärt“

Toll finde ich auch die Reihe „Einfach erklärt“. Bisher erschienen sind Hefte zu Wahlen, Grundgesetz, Flucht und Asyl und Europa
http://www.bpb.de/lernen/projekte/inklusiv-politisch-bilden/238877/politisches-einfach-erklaert-hefte-print-pdf
Ebenfalls in dieser Kategorie finden Sie die Zeitschrift „Klar & Deutlich“.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Was ist Inklusion? Zwei Videos!

Im zweiten Teil der Vorstellung des Begriffs "Inklusion" präsentiere ich heute zwei Erklärvideos, die mir ganz besonders gefallen haben.

Aktion Mensch


Die Macher/innen von Aktion Mensch sind natürlich die Expert/innen schlechthin. Neben tollen Erklärungen auf ihrer Homepage haben sie auch ein Erklärvideo veröffentlicht:



Explainity


Sehr gut gefallen mir auch die Videos von Explainity - hier sehen Sie das Video zum Thema Inklusion.


Donnerstag, 9. März 2017

Was ist Inklusion? Einige Definitionen!

Der Begriff Inklusion ist in aller Munde, aber was genau bedeutet er?

In diesem Blogbeitrag stelle ich drei Definitionen vor – die von Wikipedia, aus der Debatte aus dem Buch „Inklusiv politisch bilden“ und der Aktion Mensch.

Inklusion – Menschen in die Gesellschaft miteinbeziehen

Einschluss bzw. die Einbeziehung von Menschen in die Gesellschaft. Der Begriff ist komplementär zu dem der Exklusion; der eine Begriff ist ohne den anderen nicht denkbar.

Inklusion -  ein Menschenrecht für alle und eine Aufgabe für alle

In der Wissenschaft und in der Publikation der Bundeszentrale (Dönges u.a. 2015) wird der Begriff kritisch diskutiert.
Besand/Jugel (2015a: 48) hinterfragen die gängige Abgrenzung zwischen Integration und Inklusion. Sie kritisieren, dass Integration als defizitäre Vorstufe und Inklusion als klar definiertes Kriterium dargestellt. Sie fordern, dass Inklusion, „als ein Prozess zu verstehen ist und dieser Prozess hat schon längst begonnen“ (ebd.: 55).
Für Besand (2014) ist Inklusion „ein in allen gesellschaftlichen Teilbereichen interdependent verlaufender Transformationsprozess, der darauf abzielt, jedem Menschen auf Grundlage seiner individuellen Bedarfe Zugang und Teilhabe zu und an allen Lebensbereichen zu verschaffen.“ Während in den Sozialwissenschaften Inklusion als gesellschaftliche Aufgabe betrachtet wird, „die dazu beiträgt, soziale Spaltungen in der Gesellschaft zu überwinden oder illegitime Grenzen durchlässig zu machen,“ steht Inklusion in der Heil- und Sonderpädagogik für den „Weg, mit dem in gegenwärtigen Gesellschaften Anerkennung für Menschen mit Behinderungen erreicht wird.“ (Ackermann 2014)
Unstrittig ist dabei, dass Inklusion nicht darauf abzielt, Menschen mit Behinderungen an gegebene Verhältnisse anzupassen, sondern gesellschaftliche Verhältnisse so zu modifizieren, dass Menschen mit Behinderungen am Leben in der Gesellschaft teilhaben können (ebda).
An die Stelle von Defizitorientierung rückt die Förderung von Fähigkeiten (Kil 2012: 21). Behinderung soll ein „Element der menschlichen Vielfalt“ (Halbauer 2010: 2) darstellen. Ebenso herrscht weitgehend Einigkeit, dass Inklusion als ein Prozess zu verstehen ist „und dieser Prozess hat schon längst begonnen“ (Besand/Jugel 2015: 55).

Inklusion – jeder Mensch gehört ganz natürlich dazu

Eine der schönsten Definitionen liefert die Aktion Mensch „Jeder Mensch gehört ganz natürlich dazu - egal wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast.“ Die passende Folgerung daraus: „Wenn alle Menschen dabei sein können, ist es normal verschieden zu sein.“


Literatur

Ackermann, Karl-Ernst (2014): Politische Bildung für eine inklusive Gesellschaft, in: Bundeszentrale für politische Bildung: Werkstatt inklusiv, http://www.bpb.de/lernen/werkstatt-politikdidaktik-inklusiv/180603/k-e-ackermann-politische-bildung-fuer-eine-inklusive-gesellschaft ..
Aktion Mensch: Was ist Inklusion?, https://www.aktion-mensch.de/themen-informieren-und-diskutieren/was-ist-inklusion.html

Besand, Anja (2014): "Inklusive Didaktik der politischen Bildung"? Überlegungen als Beitrag zur Definition eines Begriffs (aus Sicht der Politikdidaktik) in: Bundeszentrale für politische Bildung: Werkstatt inklusiv, http://www.bpb.de/lernen/werkstatt-politikdidaktik-inklusiv/180745/a-besand-inklusive-didaktik-der-politischen-bildung,

Besand, Anja/Jugel, David (2015a): „Inklusion und politische Bildung – gemeinsam Denken“ in:

Dönges, Christoph/ Hilpert, Wolfram/ Zurstrassen, Bettina (Hg,): Didaktik der inklusiven politischen Bildung, S.45-58

Halbauer, Manuel (2010): „Editorial“ in: Aus Politik und Zeitgeschichte 23/2010. Menschen mit Behinderungen, S. 2.

Kil, Monika (2012):“ Stichwort „Inkludierende Erwachsenenbildung““ in: DIE Zeitschrift Erwachsenenbildung inklusive II/2012, S. 20-21.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Leichte Sprache ist keine einfache Sache

Die Forderung und auch die Verwendung leichter Sprache werden immer populärer. Leichte Sprache ist ein wichtiges Element, um allen Menschen die Teilhabe zu ermöglichen.
 Bei meinen Seminaren für Menschen mit Behinderungen versuche ich, leichte Sprache zu verwenden. Auch in meinen Artikeln und zuletzt bei der Erstellung einer Hilfestellung zur Durchführung europapolitischer Bildungsangebote steht das Thema im Mittelpunkt.

Leichte Sprache ist keine einfache Sache

Leichte Sprache ist keine einfache Sache, wie Seitz (2014) zu Recht feststellt: „Es geht darum, Zugänge zu komplexen Sachzusammenhängen zu ermöglichen, die Zusammenhänge aber nicht unangemessen zu vereinfachen, sondern auf das Wesentliche hin zu konzentrieren, gewissermaßen eine Essenz des Textes zu erschließen.
 Viele Internetseiten bieten mittlerweile Versionen in einfacher Sprache und insbesondere vor Wahlen bieten sowohl Bundes- und Landeszentralen für politische Bildung und auch Parteien Informationen in leichter Sprache.

Informationen für ein selbstbestimmtes Leben

Leichte Sprache kann damit Menschen mit Behinderungen helfen, sich Zugang zu Informationsinhalten zu verschaffen, es ist ein „Schlüssel zur Enthinderung der Gesellschaft und zu mehr Selbstbestimmung“ (Aichele 2014: 15). Leichte Sprache sichert den Teilnehmenden „den Zugang zu einem Wissen, das notwendig ist, um eigene Rechte zu vertreten und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können“ (Seitz 2014: 5).

Chancen und Gefahren leichter Sprache

Aber es gibt auch kritische Stimme, so befürchtet Zurstrassen (2015: 130ff), dass leichte Sprache Exklusion sogar verfestigen könnte. Sie sieht durch die Sozialisierung in Richtung leichter Sprache eine Ausgrenzung, die Entwicklungschancen einschränkt und verweist auf die Gefahr von interpretativen Übersetzungen. In der Tat entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass sich im Rahmen der Inklusionsdebatte eine eigene Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten entwickelt hat. Die leichte Sprache hat sich zu einem Wirtschaftszweig entwickelt, bei dem Übersetzungsbüros viel Geld verdienen können.
Ich sehe überwiegend Chancen, denn der Einsatz von leichter Sprache anstelle von Fachchinesisch oder guter Erklärung von notwendigen Fremdwörtern könnte allen Menschen das Verständnis für Politik erleichtern (Lutz 2016). die Vermeidung oder gute Erklärung von Fremdwörtern und die Verwendung von Bildern und Symbolen bei Präsentationen.

Beliebte Broschüren in leichter Sprache

Das Interesse an den Broschüren in leichter Sprache ist riesig und spricht offensichtlich auch Menschen an, die eigentlich gar nicht zur Zielgruppe gehören. Vielleicht können auf diesem Weg auch andere sogenannte politikferne Schichten erreicht werden. Dasselbe gilt für Parteiprogramme: wer hat schon Zeit und Lust alle ausführlichen Programme zu lesen? Und außerdem: wer es nicht schafft in leichter Sprache zu überzeugen schafft es vermutlich auch nicht mit dem „richtigen“ Programm.
Besonders populär sind Broschüren zur Wahlen, mit der Reihe „einfach Politik“ bietet die Bundeszentrale für politische Bildung auch Informationen zu anderen Themenfelder, so z.B. zu Europa und dem Thema Asyl.

Literaturhinweise

Aichele, Valentin (2014): Leichte Sprache – Ein Schlüssel zu „Enthinderung“ und Inklusion, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 9-11/2014. Leichte und Einfache Sprache, S. 19-25.

Bundeszentrale für politische Bildung  (2015): einfach Politik:  Ein Heft über: Die Europäische Union.

Bundeszentrale für politische Bildung (2016): einfach Politik: Flucht und Asyl.

Lutz, Jürgen (2016): Politische Bildung mit Menschen mit Behinderungen. In Der Bürger im Staat, 2016/1, Seite 74-80.

Seitz, Simone (2014): „Leichte Sprache? Keine einfache Sache“, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 9-11/2014. Leichte und Einfache Sprache, S. 3-6.

Zurstrassen, Bettina (2015): „Inklusion durch Leichte Sprache? Eine kritische Einschätzung“, in: Dönges, Christoph/ Hilpert, Wolfram/ Zurstrassen, Bettina (Hg,): Didaktik der inklusiven politischen Bildung, S. 126-138.

Mittwoch, 11. Januar 2017

Artikel in LpB-Zeitschrift "Bürger und Staat"

Die Ausgabe 1/2016 der Zeitschrift „Bürger und Staat“ der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg behandelt das Thema Inklusion. In dem Beitrag „Politische Bildung mit Menschen mit Behinderungen“ erläutere ich, wie inklusive politische Bildung funktionieren kann. Besonders geeignet sind Wahlen und Besuche von Politiker/innen. Bei der Methode ist auf leichte Sprache zu achten.

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Sie können die Zeitschrift über die Homepage der Landeszentrale bestellen oder herunterladen. Mein Artikel steht auf den Seiten 74 bis 81.