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Mittwoch, 18. Oktober 2023

Wie kann Inklusion besser gelingen?

Alice Pesavento fragt auf ZDF-Homepage, wie Inklusion besser gelingen kann.

Mehr Menschenrechtsbildung und Partizipation

Der Deutschen Behindertenrat fordert mehr Menschenrechtsbildung. In Deutschland gebe es noch ein Schubladendenken. Es braucht eine Bereitschaft, Inklusion wirklich zu wollen und Unterschiedlichkeit der Menschen wertzuschätzen.

Bildung als Schlüssel

Studien zeigen, dass schulische Inklusion zu mehr Toleranz und Hilfsbereitschaft führt. Noch immer geht die Mehrheit der Kinder mit Förderbedarf auf eine Förderschule. Diese Parallelstruktur setzt sich in den Werkstätten fort, in denen mehr als 310.000 Menschen beschäftigt sind.

Mehr Schutz vor Diskriminierung

Ein weiterer Hebel für bessere Inklusion wäre ein besserer Schutz von Menschen mit Behinderungen vor Diskriminierung. Die Pflicht zur Barrierefreiheit sollte auch für private Anbieter von Waren und Dienstleistungen gelten. Hier sind pragmatische Lösungen möglich: So müsse eine Firma, die beispielsweise einen blinden Mitarbeiter beschäftigt, nur seinen Computer mit einer Braillezeile ausstatten und nicht direkt alle Computer in der Firma.

Getrenntes statt gemeinsames Lernen

Das es noch ein weiter Weg zur Inklusion ist, zeigt ein Bericht des ZDF-Magazin, den Sie von der Seite abrufen können. Sie zeigt eine Schülerin, der die Unterstützung gestrichen wurde und die letztlich auf eine private Schule wechseln musste.

Donnerstag, 13. April 2023

Hotel statt Werkstatt - Ausbildung im Inklusionshotel einsmehr

In der Süddeutsche Zeitung berichtet Florian Fuchs über ein tolles Projekt in Augsburg, das Leute in den allgemeinen Arbeitsmarkt bringt, die sonst durch jedes Raster fallen.

Preisgekröntes Inklusionsunternehmen

Das Inklusionshotel „Einsmehr“ in Augsburg hat nicht nur den Bayerischen Tourismuspreis gewonnen, sondern auch eine bundesweit einmalige Ausbildung für Menschen mit Beeinträchtigung geschaffen. Das Hotel ist als Projekt aus einer Initiative von Eltern aus dem Großraum Augsburg hervorgegangen, deren Kinder das „Down-Syndrom“ haben: Das Chromosom 21 ist dreimal statt zweimal angelegt, eins mehr eben.

Keine passenden Ausbildungsmöglichkeiten  

Ob Housekeeping oder Service -viele Menschen, die zuvor in Werkstätten gearbeitet haben, sind nun hier fest angestellt. Noch mangelt es aber an der passenden Ausbildungsmöglichkeit. Es fehlen Ausbildungsgänge zwischen dem Niveau „Fachpraktiker“, also einer vereinfachten, vor allem praktischen Ausbildung, und der Tätigkeit in einer Werkstatt. Menschen.

Geduld ist notwendig

Der Umgang mit den Menschen mit Beeinträchtigungen erfordert Geduld und Umdenken, so sind unterschiedlichen Putzmittel für Bad und andere Bereiche sind mit Farben versehen, damit es keine Verwechslungen gibt. Manche arbeiten auch in anderen Hotels – mit positiven Veränderungen für die Teams.

Idee auf andere Branchen übertragen

Die Verantwortlichen wollen die Ausbildungsidee auf andere Bereiche übertragen -aber niemand fühlt sich zuständig. Es geht um die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und eines Grundrechts – der Teilhabe am Arbeitsmarkt.

Das Hotel ist erfolgreich

Der Erfolg gibt den Verantwortlichen recht. Einige Ausgebildete haben mit ihrem Zertifikat eine feste Anstellung bekommen. Das Hotel hat eine hohe Auslastung. Das gründet nicht nur auf Ambiente und Konzept des Hotels, sondern auch auf den Mitarbeiterinnen und der laut Dusel „angenehmen Stimmung“ im Haus.

Montag, 16. August 2021

Raus aus der Isolation: Menschen mit Behinderung an der Hochschule

ZEIT Campus berichtet über sechs Menschen mit Behinderungen, die an der Pädagogischen Hochschule künftige Lehrer auf ihren Beruf vor. Ein tolles Projekt, aber leider immer noch eine Ausnahme.

Inklusionskompetenz vermitteln

Das Projekt begann Anfang 2020 – nach einem Auswahlverfahren wurden sechs Menschen mit Behinderung zu Bildungsfachkräften zu qualifizieren. Sie sind sozialversicherungspflichtig angestellt und werden nach Tarif bezahlt. Inklusion ist ein wichtiger Teil der Ausbildung für angehende Lehrer*innen – es ist naheliegend an der Ausbildung behinderte Menschen zu beteiligen.

Jetzt kann ich mal zeigen, was in mir steckt

Einige waren zu vor in Werkstätten für behinderte Menschen beschäftigt – eine oft monotone und auch schlecht bezahlte Tätigkeit – jetzt können sie zeigen, welch wichtigen Beitrag sie leisten können – die Studierenden sind auf jeden Fall begeistert. Auch für die neuen Fachkräfte hat sich die Situation verbessert, aber die Probleme bleiben: Außerhalb der Hochschule werden sie unterschätzt, bevormundet und schief angeschaut, falls die überhaupt beachtet werden. Es bleibt noch viel zu tun, aber das Projekt ist mehr als ein Hoffnungsschimmer.

Mittwoch, 10. März 2021

Aus der Behindertenwerkstatt an die Uni

Eine tolle Dokumentation über tolle Leute. Die Idee klingt ungewöhnlich und ist doch bestechend einfach: Menschen mit geistiger Beeinträchtigung oder Lernschwierigkeiten unterrichten selbst. Denn sie wissen am besten über das Leben mit Behinderung Bescheid.

Dreijährige Ausbildung zur Bildungsfachkraft

Der Film zeigt den langen Weg von der Bewerbung und einigen Passagen der dreijährigen Ausbildung zur Bildungsfachkraft. Besonders beeindruckend fand ich die erste Begegnung mit Studierenden. Die Menschen mit Behinderungen gingen auf die Studierende zu – die dann begeistert waren. Es zeigt auch eindrucksvoll die Persönlichkeiten, ihre Probleme und Hoffnungen. Zum Schluss folgt dann das erste Seminar nach monatelanger Vorbereitung.  -

Dokumentation in der Mediathek

Bis März 2022 ist die Dokumentation in der ARD-Mediathek zu sehen – absolut sehenswert!

Dienstag, 28. Januar 2020

Miteinander und voneinander lernen - Seminar mit Studierenden und Klient/innen

Bei einem Seminar an der Ludwig-Schlaich-Akademie ging es um die Nazi-Zeit, Menschenrechte und Teilhabe – und das gemeinsame Lernen von Studierenden und den Menschen mit Behinderungen, die sie betreuen.

Beeindruckendes Projekt über Grafeneck

Mit Unterstützung von Christa Rommel, Referentin für Bildung und Qualifizierung, berichteten zwei Mitarbeiter der Remstal Werkstätten über ihr Projekt zur Tötungsanstalt Grafeneck. Dort wurden während der Nazizeit über 10.000 Menschen mit Behinderung, darunter über 300 Menschen der Diakonie Stetten, grausam ermordet. Nach dem Besuch der Gedenkstätte entstand der Wunsch, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Dadurch entstand Lernmaterial, das gemeinsam mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg erstellt wurde.

Gemeinsames Lernen und gemeinsamer Einsatz für Inklusion

Die Präsentation der beiden Mitarbeiter/innen zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, sich mit den Gräueltaten dieser Zeit auseinanderzusetzen. Die Diskussion über die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes zeigte, dass es zur Inklusion – der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen – noch ein weiter Weg ist. Es lohnt sich aber dafür zu kämpfen!

Fazit und Ausblick

So gab es trotz des ernsten Themas viele erfreute Gesichter – auch bei mir. Da ich bisher Menschen mit Behinderungen und die Studierenden immer nur getrennt unterrichtet hatte konnte ich sie nun zusammenbringen – auch dies ein kleiner Beitrag zur Inklusion. Fortsetzung folgt!

Weitere Informationen

Jürgen Lutz: Artikel über das gemeinsame Seminar