Montag, 20. April 2026

Neue Seminarreihen „Stammtisch“ und „Reise um die Welt“

Nach den Veranstaltungen zur Landtagswahl gehen meine Seminare für Menschen mit Behinderungen weiter. In dieser Woche starteten zwei Reihen – die bereits bewährte Reihe „Reise um die Welt“ für ATRIO Leonberg und der Stammtisch für die Diakonie Stetten – beide in Kooperation mit Volkshochschulen.

Politischer Stammtisch – Jetzt reden wir!

Bei diesem neuen Format sollen alle zu Wort kommen. Die Teilnehmenden können über die Themen mitbestimmen, Fragen stellen und mitreden. Ein Thema soll im Mittelpunkt stehen, die Teilnehmenden können aber auch am Abend ihre eigenen Themen einbringen. Die Veranstaltungen werden im Rahmen der Easy Uni angeboten, einer Kooperation zwischen der Diakonie Stetten und der VHS Unteres Remstal.

Über den Iran-Krieg reden

Am ersten Abend ging es um den Iran-Krieg. Zunächst habe ich die Vorgeschichte, Hintergründe und wichtige Aspekte des Krieges erklärt. Es ging auch um die Folgen bei uns – die Teilnehmenden befürchten, dass alles immer teurer wird. Mindestens genauso wichtig war mir, über den Krieg zu reden. Die Teilnehmenden berichteten, dass sie die Fernsehberichte belasten. Hier ist es besser, nicht zu viele Nachrichten und Bilder zu schauen.

Viele Ideen für die nächsten Stammtische

Die Teilnehmenden haben schon viele Ideen für unsere nächsten Termine. m Juni soll es passend zur Fußball-Weltmeisterschaft um Sport und Politik gehen, im Herbst dann um die US-Wahlen und Donald Trump. Bei jedem Abend wird aber auch Zeit bleiben, andere Themen zu diskutieren.

Reise um die Welt geht in die nächste Runde

Die Teilnehmenden bei ATRIO dürfen auch mitbestimmen – und haben sich für eine weitere Reise um die Welt entschieden. Die Veranstaltungsreihe wird von der VHS Stuttgart und ATRIO Leonberg organisiert. Schwerpunkt wird dieses Mal die Zuwanderung nach Deutschland. In einem ersten Überblick habe ich aufgezeigt, dass es in Deutschland schon immer Zu- und Abwanderung gegeben haben. Einige Teilnehmenden oder ihre Eltern sind in den vergangenen Jahren zu uns gekommen. Diese Länder werden ebenso wie die genannten Lieblingsurlaubsländer in den folgenden Seminaren im Mittelpunkt stehen.
 

Teilhabe fördern

Auf meiner Seite Teilhabe fördern finden Sie weitere Vorschläge. Prinzipiell sind aber natürlich alle Themen meiner Seminarangebote in angepasster Form auch für Menschen mit Behinderungen denkbar. Ich freue mich auf Ihre Vorschläge.  

Dienstag, 7. April 2026

Inklusion heißt: Du gehörst dazu.

In einer Kolumne von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung  schreibt über Inklusion. 

Die Natur ist ein Gerechtigkeitsrisiko 

Das Leben beginnt ungerecht und es endet ungerecht in Bezug auf das Einkommen, aber auch bei der Gesundheit: Die eine ist ihr Leben lang gesund, die andere wird mit einer schweren Behinderung geboren. Angesichts des „Welttag der sozialen Gerechtigkeit“ fordert er eine inklusive Politik und um sozialen Schutz. Es geht also, wenn es um soziale Gerechtigkeit geht, auch um Schicksalskorrektur. Inklusion ist ein Name für dieses Projekt.

Ungerechte Ungleichheit als Aufgabe für die Gesellschaft 

Prantl nennt einige Beispiele von Menschen, die Schicksalsschläge erlitten habe. Schicksal ist keine Entschuldigung fürs Nichtstun, sondern eine Aufgabe für die Gesellschaft. Erst wenn sie diese Aufgabe annimmt, wird sie wirklich zur Gesellschaft. Trotz gesetzlicher Maßnahmen gibt es immer noch viele Barrieren für Menschen mit Beeinträchtigungen. 

Inklusion heißt: Sorge dafür, dass alle Angebote für alle zugänglich sind 

Nicht die Menschen mit Behinderungen müssen sich anpassen, sondern die Gemeinschaft sorgt dafür, dass ihre Angebote für alle zugänglich sind. Du gehörst dazu, deiner Handicaps zum Trotz -  und die Gesellschaft will alles dafür tun, dass du da mitmachen kannst.

Wie der innere Frieden zu erreichen ist

Es gibt kein Recht auf ein perfektes Leben, aber auf Hilfe, um dem Schicksal der Ausgrenzung oder Behinderung zu entkommen. Der Satz des Grundgesetzes „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ braucht eine positive Aufladung. „Inklusion verlangt auch, die Talente, Fähigkeiten und Fertigkeiten von Menschen mit Behinderungen gut zu nutzen. 
Für den Sozialstaat bedeutet dies, dass ein guter Sozialstaat hilft, Defizite junger Menschen aufzufangen und die Stärken zu erkennen, zu nutzen und sie auszubauen. Das ist der Wert, das ist der Mehrwert der Inklusion.