Montag, 26. Oktober 2026

Die Zwischenwahlen in den USA

Für das inklusive Programm der VHS Stuttgart und einen Stammtisch bei der Diakonie Stetten ging es um die US-Zwischenwahl.  Auf meiner Homepage berichte ich auch über die beiden weiteren Seminare .

Das mächtigste Land der Welt 

„Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, Sport, Filme, Cola und natürlich Trump – das waren einige der Antworten auf die Frage, was die Teilnehmenden mit den Vereinigten Staaten verbinden. Die USA sind das mächtigste Land der Welt, deshalb sind die Zwischenwahlen auch für uns bedeutend. 

Was passiert mit Trump?

Donald Trump bleibt zwei weitere Jahre Präsident – er steht gar nicht auf dem Wahlzettel. Wenn seine Partei die Parlamentswahlen verliert, wird es für ihn deutlich schwieriger. Ob das etwas Gutes bedeutet, wissen wir noch nicht, denn für Europa und Deutschland waren viele Entscheidungen nicht gut. Aber es bleibt die Hoffnung, dass es weniger Streit gibt – innerhalb der USA, aber auch mit dem Rest der Welt 

Stammtisch wird fortgesetzt 

Im Dezember wird der Stammtisch fortgesetzt. Auf Wunsch der Teilnehmenden geht es dann um unseren Sozialstaat und die geplanten Reformen. 

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Reise durch die Welt der Sprachen und der Schrift

In einem weiteren Station unserer Reise um die Welt  ging es um Sprachen und die Schrift. 

Sprache verbindet uns 

Mit Sprache können wir anderen sagen, wie es uns geht. Wir können Wünsche äußern, Gefühle teilen oder um Hilfe bitten. Wir können mit der Stimme sprechen, in dem wir laut oder leise werden. Ein Teilnehmer aus Italien bestätigte, dass man auch mit Gesten reden kann, ebenso zeigen unser Mimik, wie es uns geht. Es gibt über 7000 Sprachen. Auch die Teilnehmenden konnten einige Sprachen aufzählen, die sie sprechen können, unter anderem Englisch, Italienisch, Griechisch und Kroatisch. Als besondere Sprachen haben wir die Gebärden und leichte-Sprache vorgestellt. 

Von Hieroglyphen zur Braille-Schrift 

Anschließend haben wir über die Entwicklung der Schrift geredet. Mit Schrift halten wir Worte fest – sie bleibt für immer. Von den Hieroglyphen der Ägypter stellte ich verschiedene Schrifttypen wie die der Chinesen, Araber und unserer lateinischen Schrift vor. Auch hier gibt es mit der Braille-Schrift eine Schrift, die blinden Menschen das Lesen ermöglicht. 

Die Reise geht weiter 

Bei den nächsten Treffen unserer Reise geht es um Kultur, Feste und zum Abschluss um Essen aus aller Welt. 

Montag, 19. Oktober 2026

Inklusion: Diese Helfer sind teuer, helfen aber gar nicht so viel

 Martin Spiewak kritisiert in der ZEIT  die zunehmende Anzahl an Schulbegleitern als teuer und nicht besonders hilfreich. 

Das Bildungssystem hat ein Verteidigungsproblem 

Im internationalen Vergleich gibt Deutschland mittlerweile pro Schüler überdurchschnittlich Geld aus – das nationale Bildungsbudget ist seit 2014 um 50 % gestiegen, die Kinder- und Jugendhilfe gar um 108 %. Der Autor argumentiert, dass unser System eher ein Verteilungsproblem hat: Milliarden versickern in Strukturen, die niemand durchschaut. Mitunter schaden die Ausgaben sogar mehr, als sie nützen. 

Debatte über Schulbegleitung 

Aktuell wird heftig über Kürzungen bei Schulbegleitungen diskutiert. Schulbegleiter unterstützen Kinder mit körperlichen oder psychischen Erkrankungen oder auch Autismus und ADHS. Die Betreuung reicht von ein paar Stunden über den ganzen Schultag. Eine pädagogische Ausbildung ist meistens nicht notwendig. Oft sind sie unverzichtbar. Fällt der Schulbegleiter kurzfristig auf, denn oft ist ein Schulbesuch nicht möglich. Dennoch hält der Autor die Vorwürfe gegen die Regierungspläne für unberechtigt. 

Die Zahl der Schulbegleiter ist explodiert

Die Anzahl der Schulbegleiter ist stark gestiegen, waren es 2010 noch 5000 sind es jetzt 58000 – ein Anstieg um mehr als 1000 Prozent. Die Ausgaben belasten die Kommunen massiv – Tendenz steigend. Es gibt verschiedene Gründe für diese Entwicklung. Frühchen überleben öfter als früher und benötigen später Hilfe. Infolge der Migration müssen auch schwer traumatisierte Kinder integriert werden. Außerdem wird gründlicher gemessen - Und wer mehr testet, findet auch mehr.  Die Anzahl von Kindern mit „sonderpädagogischen Förderbedarf“ ist um 20 % gestiegen. Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert gemeinsames Lernen. 

Ein Wirrwarr der Zuständigkeiten zwischen Schule und Jugendamt

Durch den Mangel an ausreichenden Pädagogen werden die Schulbegleiter Lückenbüßer.
Einerseits wird bei Förderschullehrern gespart, andererseits das Geld für Helfer ausgegeben. Verschärft wird das Problem durch die zerspilitterten Zuständigkeiten. Für die Lehrer sind die Bundesländer, für die Helfer die Kommunen zuständig. Es verursacht nervenzehrende Abstimmungen, für den Autor ein Beispiel  wie dumm Deutschland viel Geld für Bildung ausgibt.

System ist pädagogisch fragwürdig 

Das System nutzt den betroffenen Kindern in vielen Fällen nicht einmal. Durch die Erwachsenen werden die Kontakte zu anderen Kindern reduziert, die permanente Betreuung kann verhindern, das Kinder selbständiger werden. In manchen Klassen haben mehrere Kinder Betreuer – und oft nichts zu tun. Ein Fachaussatz schrieb von „hilflos häkelnden Helfern“ Auch hier schlägt die Bürokratie zu – mal sind die Sozialbehörden, mal das Jugendamt, eine schere Aufgabe für die Eltern, die die Helfer selbst organisieren müssen. 

Wege aus dem Kuddelmuddel

Dieses System hat sich über Jahrzehnte entwickelt und könnte überwunden werden, wie einzelnen modellschulen zeigen. In diesen Schulen ist ein Begleiter für mehrere Schüler zuständig. In Bremen bekommen alle Grundschulen einen Grundstock zugeteilt und können ohne großen Aufwand eingesetzt werden.: Es profitieren mehr Schüler, ohne dass die Kosten steigen. In Bremen haben die meisten Helfer auch pädagogische Erfahrung, 

Pooling sollte die Regeln sein 

In den letzten Jahren haben kommerzielle Anbieter das Feld entdeckt. Ach deshalb hofft der Autor auf eine bundesgesetzliche Lösung. Polling sollte die Regel werden. Außerdem sollte jeder, der an der Schule arbeitet, auch Teil davon sein. Die Hilfe ist Bringschuld der Schule. Das System zu reformieren wird aber kompliziert, der Autor wünscht deshalb auch dem Staat einen Begleiter, der ihm beim Lernen hilft. 

Sonntag, 27. September 2026

Von Klimazonen und dem Klimawandel

Das neue Semester begann mit einer weiteren Reise um die Welt. Für ATRIO Leonberg und die VHS Stuttgart führe ich seit einigen Semestern Seminarreihen durch, in denen die Teilnehmenden mitbestimmen können. Während es in den letzten Semestern um einzelne Länder ging, stehen dieses Mal Themen im Mittelpunkt, die alle Menschen betrifft.

Von den Tropen über die gemäßigte Zone zur polaren Zone

Beim ersten Termin ging es um unterschiedliche Klimazonen und die Folgen für Landschaften und Tierwelt. Um den Äquator steht die Sonne sehr steil – dort ist es das ganze Jahr warm. Am Nord- und Südpol ist die Sonne weniger zu sehen – es ist oft kalt. Anschließend haben wir uns die Tropen, Subtropen, die gemäßigte Zone und die polare Zone genauer angeschaut: Welche Länder sind in diesen Zonen, welche Tiere leben dort? Das anschließende Rätsel bewies, dass alle gut aufgepasst haben, denn alle Fragen wurden souverän beantwortet.

Der Klimawandel und die Folgen

Im zweiten Teil ging es um den Klimawandel. In diesem Sommer haben viele Menschen auf der Welt die Folgen erlebt: Es wird immer heißer, es gab Waldbrände, Landwirte beklagen schlechte Ernten. In der Politik wird heftig gestritten, was wir tun müssen und können. Neben den Staaten können wir alle etwas beitragen: in dem wir Energie sparen, nur kaufen, was man wirklich braucht, gesunde Lebensmittel einkaufen. Wichtig war mir, dass wir nicht auf alles verzichten müssen, d.h. Licht einschalten, wenn es nötig ist, aber auch andere Menschen treffen und das Leben genießen.

Die Reise geht weiter

Bei den nächsten Treffen wird es um unterschiedliche Sprachen, Kultur und Essen weltweit gehen. Das Thema Klimawandel biete ich bei meinen Angeboten zur Inklusion und bei meinen Angeboten zur Gesellschaft. Unter dem Titel „Klimawandel – eine heiße Diskussion“ steht die politische Debatte im Mittelpunkt.

Sonntag, 30. August 2026

Was der Staat für Menschen mit Behinderung leisten will

Die Süddeutschen Zeitung berichtet in einer Serie über die geplanten Sozialreformen der Bundesregierung. In einem Artikel gehen Valerie Höhne und Karin Janker der Frage nach, was der Staat für Menschen mit Behinderungen leisten will. Besser formuliert wäre wohl, was der Staat nicht mehr leisten will, denn es geht vor allem um Kürzungen. 

Ist das eigentlich unbedingt notwendig?

Friedrich Merz setzte mit einer Frage nach der Notwendigkeit von Ausgaben für Menschen mit Behinderungen den Ton. Wie viel Hilfe will die Gesellschaft Menschen mit Behinderung zukommen lassen, damit sie teilhaben können? Tatsächlich sind die Ausgaben bei Eingliederungshilfe und Pflegekosten enorm gestiegen. Die Aufgaben und Ausgaben sind vielfältig: Es geht um die Barrierefreiheit von öffentlichen Gebäuden ebenso wie eine individuelle Betreuung in der Schule. 

Bundesteilhabegesetz setzt Ziele – und verursacht Kosten 

Eine Ursache für die höheren Kosten ist das Bundesteilhabegesetz. Es war – von einer breiten Mehrheit unterstützt – ein Meilenstein, da das ganze System in Richtung Selbstbestimmung umgebaut wurde. Schon damals warnten viele vor dem hohen bürokratischen Aufwand, der hohe Kosten verursacht. Angestiegen ist aber auch die Zahl der Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Aktuell leben in Deutschland 7,8 Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung, das sind 9,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. 34 Prozent der schwerbehinderten Menschen sind über 75 Jahre alt, nur drei Prozent sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Rund 91 Prozent der Behinderungen werden durch Krankheit verursacht.  

Neuregelug der Eingliederungshilfe 

Im Zuge des Gesetzes wurde auch die Eingliederungshilfe neu geregelt. Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung sollen „Zugang zu einem inklusiven und hochwertigen Unterricht hat“. Dazu zählt der Anspruch auf eine Schulbegleitung. Für diese Aufgaben geben Land und Kommunen mittlerweile 22 Milliarden Euro im Jahr aus. Die Kommunen leiden unter einem Rekorddefizit, einer der Haupttreiber sind die gestiegenen Sozialausgaben. 

Reform- bzw. Kürzungsvorschläge 

Vor diesen Hintergrund kursieren verschiedene Vorschläge. In einem Arbeitspapier ist von einem Einsparpotenzial von 8,6 Mrd. Euro die Rede. Statt individueller Betreuung soll es Poollösungen geben. Kommunen sollen eine Handhabe bekommen, Hilfen für Menschen mit Behinderungen wesentlich restriktiver zu bewilligen. Organisatorisch soll diesen Hilfen – bisher im Sozialgesetzbuch 8 festgelegt – mit den Belangen von Kindern im Sozialgesetzbuch 9 zusammengelegt werden. 

Fremdbestimmung und Ausschluss aus der Gesellschaft 

Britta Schlegel, Leiterin der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte, kritisiert die Maßnahmen scharf. Sie befürchtet, dass es zu deutlichen Einbußen an gesellschaftlicher Teilhabe und damit zu mehr Fremdbestimmung kommen könnte. Das Bundesteilhabegesetz und die UN-Behindertenrechtskonvention wollen, dass Menschen mit Beeinträchtigungen nicht mehr nur als Objekte gesehen werden. Das Pooling schränkt die Selbstbestimmung ein – sie müssen sich an vorgegebene Zeiten halten und können nicht einkaufen gehen, wann sie wollen. Schlegel kritisiert, dass Teilhabe für die Bundesregierung nur ein Kostenfaktor ist.

Was bedeutet das für die Gesellschaft insgesamt?

Schlegel sieht in den Plänen einen „schleichenden Rückbau des Sozialstaates unter dem Deckmantel der Effizienzsteigerung und Entbürokratisierung“. Das Sparen bei den Schwächsten widerspricht der Behindertenrechtskonvention und dem Grundgesetz. Die Gesellschaft und die Werteverordnung würden sich verändern, weil Menschen mit Behinderung wieder zu Menschen zweiter Klasse würden. 

Dienstag, 18. August 2026

Alles Grell - eine Familie und ein Extra-Chromosom

Ich ärgere mich über meine (zu) langen Zeiten auf Instagram und Co. und wundere mich über die Angebote, die mir gemacht. Jetzt bin ich aber auf einen Kanal gestoßen, der mich begeistert. Der Kanal „Alles Grell“ ist auf verschiedenen sozialen Medien vertreten, informieren über Inklusion und das Leben mit Downsyndrom aufklärt und vermitteln unglaublich viel Lebensfreude. 

Die Beiträge reichen von rührenden Beiträgen wie „Was wirklich wichtig ist“ hin zu Spaß und purer Lebensfreude. 

Schauen Sie mal rein: 

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Mittwoch, 29. Juli 2026

Eine weitere Reise um die Welt geht zu Ende

Mit einem Rückblick auf das Semester und positiven Nachrichten ging die Seminarreihe „Reise um die Welt“. Schon seit einigen Jahren gestalte ich Seminarreihen im Auftrag von VHS Stuttgart und ATRIO Leonberg.

Vielfalt und die schönste Nebensache der Welt

Schwerpunkt in diesem Semester war das Thema Vielfalt. Beim ersten Termin ging es um die Zuwanderung nach Deutschland. Bei ATRIO arbeiten viele Menschen mit ausländischen Wurzeln. Diese Vielfalt zeigt sich auch bei der deutschen Nationalmannschaft. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft war die Mannschaft nicht sehr erfolgreich, das Seminar zum Thema Sport zeigte aber, wie wichtig Sport sein kann– als Fan und einige auch als Aktive in einem Sportverein.

Die glücklichsten Menschen der Welt und ein furchtbarer Krieg

Wir warfen wieder einen Blick auf andere Länder. Während es beim Seminar über Skandinavien um viele positive Dinge ging, erzählte ein Teilnehmer aus der Ukraine vom furchtbaren Krieg in seinem Heimatland. Er berichtete uns über die Schönheit des Landes, seine Lieblingsmusik und seine Lieblingstiere.

Abschluss mit positiven Nachrichten

Beim letzten Termin blickten wir auf die vielen Reisen der letzten Reihen – und einige positive Nachrichten: Grüne Energien in Afrika, mehr Schutz für den Regenwald oder der kostenlose Nahverkehr in europäischen Städten. Bei der Planung des nächsten Semesters hat mich gefreut, dass bei vielen Teilnehmenden mittlerweile „Seminar mit Jürgen“ als Beschreibung reicht – dennoch haben wir uns wieder Ziele gesetzt – es soll um Kultur, Landschaften, Sprachen und nicht zuletzt Essen in verschiedenen Regionen gehen.

Angebote für mehr Teilhabe

Auf der Seite Teilhabe fördern habe ich weitere Angebote zusammengestellt. Ich freue mich auf Ihre Ideen.