Donnerstag, 12. März 2026

Die Krankstalt – Kübra Sekin über Kristina Schröder und Inklusion

In meinem Blog habe ich über die umstrittenen Äußerungen von Kristina Schröder berichtet. In der Anstalt hat Kubra Sekin in einem beeindruckenden Beitrag. Auch der Rest der Ausgabe ist beeindruckend, das Solo von Kübra Sekin beginnt ab Minute 9:38. 
 

Können wir uns Assistenz nicht mehr leisten?

Die ehemalige Familienministerin hatte in einem umstrittenen Beitrag erklärt, dass wir uns manche Unterstützung für Menschen mit Behinderung nicht mehr leisten können, konkret: Den Anspruch behinderter Menschen auf persönliche Assistenz. Es geht um Existenz, Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Rechtsextreme inkludieren aber Behinderte ausschließen 
Bitter ist auch, dass die Uni Köln auf politische Sparmaßnahmen mit der Streichung des Studienganges „Disability Studies" reagiert. Die erste und einmalige Universitätsprofessur für zeitgemäße Behindertenforschung in Deutschland.

Rechtsextreme inkludieren aber Behinderte ausschließen 

Besonders bitter ist, dass die rechte Organisation Republik 21 massiv unterstützt werden. Kristina Schröder ist stellvertretende Vorsitzende und möchte die Brandmauer zur AfD abreißen – denn Brandmauern schließen Menschen aus. Mit dem Ausschluss von Menschen mit Behinderungen hat sie kein Problem. 

Samstag, 7. März 2026

Meine Veranstaltungen zur Landtagwahl enden im Norden

 Meine Seminare zur Landtagswahl haben in Lahr und Lörrach im Süden angefangen und endeten nun im Norden von Baden-Württemberg für Werkstätten der Johannes-Diakonie Mosbach. Dazwischen lagen tolle Termine mit vielen schönen Begegnungen – vielen Dank an alle Teilnehmer*innen und Partner*innen für den Besuch und die Unterstützung bei der Organisation. 

Seminare – Einfach wählen gehen

Bei meinen 12 Seminaren ging es um die Fragen, warum Wählen wichtig ist und wie gewählt wird. Außerdem habe ich die Parteien und wichtigsten Ziele vorgestellt. Besonders freut mich, dass die Veranstaltungen in Fellbach und Heilbronn durch Kooperationen der Volkshochschulen mit der Diakonie Stetten bzw. der Offenen Hilfe zustande gekommen ist. Außerdem war ich in fünf Werkstätten der Johannes-Diakonie Mosbach und drei Werkstätten von ATRIO Leonberg zu Gast.

Bock auf Wahl: Demokratie und Mitbestimmung an Schulen

Gemeinsam mit dem Team des Kreisjugendrings habe ich im Rahmen des Projekts „Bock auf Wahl“ Veranstaltungen für neun Klassen an vier Sozialpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum gestaltet. Die Einheiten bestanden aus einem Infoteil und einem „praktischen Teil“, bei dem die Schüler*innen ein Baden-Württemberg Puzzle, Bilderrätsel über berühmte Menschen und Produkte aus Baden-Württemberg und ein Quiz ausprobieren konnte.

Baden-Württemberg – Wir können alles außer Hochdeutsch

In zwei Seminaren stand Baden-Württemberg im Mittelpunkt. Auch hier wurde gepuzzelt und geraten und die Teilnehmenden erfuhren einiges über Geschichte und Gegenwart unseres Bundeslands. Beim Kochkurs stand natürlich das Kochen im Vordergrund, aber ein paar Informationen und Gespräche gab es auch hier. 

Aktionstage an der Ludwig-Schlaich-Akademie

Für die Fachschule für Jugend- und Heimerzieher führte ich mit der Schulleiterin einen Aktionstag zur Wahl durch. Beim Planspiel „Parteien stellen sich zur Wahl“ schlüpften die Studierenden in die Rollen von Medien, Kandidaat*innen und Bürger*innen. Mit großem Engagement stellten wurden Gespräche im Wahlkampf nachgespielt – mit kritischer Berichterstattung durch die Medien. Im zweiten Teil besuchten die Gruppen verschiedene Stationen, u.a. einem Fachgespräch über die Frage, wie die angehenden Jugend- und Heimerzieher*innen ihren Klient*innen Demokratie näher beibringen konnte. Für die Berufsfachschule für Arbeitserziehung hat ein Demokratieprojekt begonnen, der Abschluss folgt nach der Wahl.

Planspiele bei Seminaren für Bundesfreiwillige

Das Planspiel „Parteien stellen sich zur Wahl“ habe ich auch bei drei Seminaren für die Bildungszentren Bodelshausen und Karlsruhe gespielt. Nach anfänglichen Zweifeln haben sich die Teilnehmenden in ihren Rollen eingearbeitet und mit Wahlplakaten Gespräche im Wahlkampf nachgespielt. Besonders beeindruckend war die Arbeit der Medienteams, die mit ihren Ideen das Planspiel noch spannender machten.

Persönliche Kontakte

Mindestens so wichtig wie die Seminare sind für mich persönliche Kontakte. Die Stadt Schwäbisch Gmünd führt Projekte zur Inklusion durch. Bei einem Projekt bin ich als politischer Assistent tätig, d.h. ich berate und begleite Menschen mit Behinderung bei politischen Fragen. Bei meinem ersten Einsatz konnte ich einen Klienten betreuen, der um Unterstützung bei der Wahl gebeten hat. Auch am Rande meiner Seminare konnte ich mit vielen Teilnehmenden ins Gespräch kommen, die ich hoffentlich zum mitmachen und wählen motivieren konnte.

Weiter mitmischen und mitbestimmen

Die nächste Wahlen gibt es erst wieder 2029 mit der Europa- und Kommunalwahl und der nächsten Bundestagswahl – wenn die Regierung solange durchhält.. Demokratie und Mitbestimmung sind aber auch im Alltag wichtig. Ich freue mich, dass für ATRIO Leonberg die Reise um die Welt weiter geht und mit dem Politischen Stammtisch ein neues Model an der Diakonie Stetten startet. Weitere Vorschläge finden Sie auf der Seite Teilhabe fördern.

Samstag, 28. Februar 2026

Von der Wahl über Spaghettieis zum Kochen mit ein bisschen Politik

Bei drei Veranstaltungen für die Easy Uni ging es um die Landtagswahl, Besonderheiten von Baden-Württemberg und „ein bisschen Politik“ bei einem Kochkurs. Die Easy Uni ist ein inklusives Angebot der VHS Unteres Remstal und der Diakonie Stetten und richtet sich an alle: Menschen mit und ohne Behinderung können hier gemeinsam lernen und kreativ sein.

Warum, wie und wen wählen

Bei einer Informationsveranstaltung an der Diakonie Stetten ging es um die Landtagswahlen. Es ging um die Fragen, warum wählen wichtig ist, was und wie gewählt wird. Außerdem ging es um die wichtigsten Ziele der Parteien. Mein zentrales Anliegen ist es, die Teilnehmenden zum wählen zu motivieren, sich unterstützen zu lassen, aber auch, dass jede und jeder die Entscheidung selbst trifft. Weitere Informationen von der Diakonie Stetten finden Sie auf dem Instagram-Kanal der Diakonie Stetten . 

Wir können alles – außer Hochdeutsch

Beim zweiten Semester ging es um das schönste Bundesland Deutschlands – Baden-Württemberg. Zunächst bauten wir ein Puzzle, um über Orte in unserem Ländle zu reden. Beim Bilderrätsel galt es, die Bilder bekannter Menschen den Namen zuzuordnen – von den Erfindern Margarete Steiff und Gottlieb Daimler, den Geschwister Scholl, Albert Einstein hin zu Rappern. Auch für Produkte sollten die Teilnehmer*innen Beschreibungen zuteilen. Während Daimler oder die Stihl Motorsäge bekannt waren, waren viele überrascht, dass auch das Spaghettieis in Baden-Württemberg erfunden wurde.

Ein Kochkurs – mit ein bisschen Politik

Bei einem Kochkurs berichtete ich mit Bildern und Informationen über Baden-Württemberg und die Wahl. Im Vordergrund stand aber natürlich das Kochen: Gemeinsam bereiteten wir schwäbische Spezialitäten von Schupfnudeln, Spätzle mit Linsen, Kartoffelsalat und als Nachtisch einen Ofenschlupfer vor.

Mitreden auch nach der Wahl

Auch nach der Wahl wird es um Mitbestimmung. Bei unserem politischen Stammtisch kommen alle zur Wort. Wir diskutieren über aktuelle Themen, über den die Teilnehmenden mitbestimmen können. Ich bin gespannt und freue mich auf die weiteren Termine.

Sonntag, 8. Februar 2026

Einfach wählen gehen – Seminare zur Landtagswahl haben begonnen

Mit zwei Seminaren im Schwarzwald haben meine Seminare für die Landtagswahl begonnen. „Einfach wählen gehen“ war das Motto meiner Veranstaltungen für die Lahrer Werksstätten der Johannes Diakonie und die VHS Lörrach.

Man muss miteinander reden

Der Seminarraum der Lahrer Werkstätten für Menschen mit Behinderungen war mit rund 70 Beschäftigten gut besucht. „Man muss miteinander reden“ betonte eine Teilnehmerin auf die Frage, wie im Freundeskreis Probleme gelöst werden – letztlich ist es in der Politik nicht anders. Engagierte Fragen und Diskussionen gab es auch bei der Frage, wen man wählen soll – das müssen die Teilnehmenden aber natürlich selber entscheiden.

Viel Werbung in Lörrach

Auf dem Weg zum Veranstaltungsort in Lörrach wunderte ich mich über die vielen Plakate für die Veranstaltung – so viele hatte ich noch nie für eine Veranstaltung von mir wahrgenommen. Es hat sich gelohnt – rund 40 Interessierte kamen zu diesem Vortrag in leichter Sprache. Einige der Teilnehmenden der „klassischen“ politischen Bildung waren wohl irritiert, dennoch war es ein Beispiel für Inklusion – dem gemeinsamen Lernen und Diskutieren von Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen. In der anschließenden Diskussion betonte eine Teilnehmerin, dass einfache und klare Sprache für viele Menschen hilfreich sein kann.

Nächste Woche geht es weiter

In der nächsten Woche geht’s weiter mit Seminaren, die ich für den Kreisjugendring und die Ludwig-Schlaich-Akademie durchführe. Vor der Wahl am 8. März habe ich nur noch wenige freie Termine, Demokratie und Mitbestimmung bleiben aber auch nach der Wahl wichtig – ich freue mich auf Ihre Anfrage. 

Freitag, 6. Februar 2026

Probleme und Hoffnung bei der Reise um die Welt

 Mit einem Seminar über Nigeria endete die Seminarreihe „Reise um die Welt“, die ich für ATRIO Leonberg und die VHS Stuttgart durchgeführt habe. In den Seminaren davor hatten wir uns intensiv mit Peru, Korea und den Staaten auf dem Balkan beschäftigt.

Teilnehmende entscheiden und wirken mit

Ein zentraler Aspekt der Seminarreihe ist, dass die Teilnehmenden bei den Themen mitstimmen. Nachdem wir bereits zuvor einige Staaten der Erde genauer betrachtet hatten, fiel die Entscheidung dieses Mal auf Korea, Peru, den Balkan und Nigeria. Auch bei der Gestaltung haben die Teilnehmenden mitgewirkt. Ein weitgereister Teilnehmer konnte über Urlaubsländer berichten, ein Teilnehmer brachte uns einige Wörter serbisch bei und berichtete aus der Heimat seiner Eltern.

Eindrucksvolle Geschichten aus Peru und Nigeria

Ein bei ATRIO arbeitender Bundesfreiwilliger aus Peru erzählte über seine Heimat. Er zeigte beeindruckende Bilder und ging auch auf die Probleme ein. Probleme und Hoffnungen sind auch prägend für Nigeria. Eine Vertreterin der Evangelischen Erwachsenenbildung berichtete von ihrer Arbeit für den Weltgebetstag, der in diesem Jahr Nigeria zum Thema hat. Auch dies ist ein Land mit vielen Problemen und dennoch einigen Hoffnungen, wie ich auch in meinem „politischen“ Teil aufzeigte.

Migration nach Deutschland

Die Reihe wird auch im kommenden Semester fortgesetzt. Wir behandeln dabei die Frage, warum Menschen aus anderen Ländern zu uns kommen und beschäftigen uns mit den Heimatländern. Mit der Türkei haben wir bereits ein Land herausgesucht, weitere werden folgen.
Die Konzeption Reisen hat sich bewährt, denn sie bietet die Möglichkeit, niederschwellig Länder und Regionen kennenzulernen. Gerne biete ich auch für Ihre Einrichtung ein passendes Konzept. 

Montag, 26. Januar 2026

Abschied zum Schlaraffenland?

Mehrere Oberbürgermeister haben angekündigt, bei Menschen mit Behinderung zu sparen. Im Gegensatz zu den fragwürdigen Äußerungen von Kristina Schröder kann man den Kommunalpolitikern zu Gute halten, dass die finanzielle Situation von Kommunen tatsächlich schwierig ist. Dennoch gab es Kritik, vor allem an den Stuttgarts Oberbürgermeister, der einen Abschied aus dem Schlaraffenland angekündigt hat. 

Menschen mit Behinderungen haben ein würdevolles Leben verdient 

Die Landes-Behindertenbeauftragte Nora Welsch kritisierte in einer Stellungnahme die sprachlichen Entgleisungen und betont, dass Menschen mit Behinderungen ein würdevolles Leben verdient haben.. Ihre Lebensrealität ist weit von einem Schlaraffenland entfernt: Fehlende bauliche Barrierefreiheit, segregierende Bildungssysteme, Mangel an barrierefreiem Wohnraum, Diskriminierungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, Unterstützungsleistungen, die hart erkämpft werden müssen. 

Menschen mit Behinderungen als Sündenbock 

Sie kritisiert, dass die Behauptung, dass Menschen und Behinderungen zu teuer sind, nun auch in der politischen Mitte angekommen sind. Menschen mit Behinderung als das große Übel für die finanziellen Probleme zu benennen, ist falsch und spaltet die Gesellschaft. Menschen mit Behinderung wollen fair, barrierefrei und möglichst selbstbestimmt leben. 

Teilhabe verlässlich sichern 

Auch Dietmar Prexl, der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Stetten kritisiert die Debatte. Sie verschiebt den Blick weg von einem lösbaren Verwaltungs- und Strukturproblem hin zu einer Diskussion über vermeintliche Überversorgung. Entscheidend ist aber, Teilhabe verlässlich zu sichern – und gleichzeitig Kommunen spürbar zu entlasten: durch konsequenten Bürokratieabbau, klare Standards und durchgängige digitale Prozesse.“

Sparhebel in Standards und Digitalisierung 

Prexel fordert stattdessen einheitliche digitale Verwaltungsabläufe, die Bürokratie- und Prozesskosten deutlich reduzieren – ohne eine einzige Leistung kürzen zu müssen. Er bietet dem Oberbürgermeister an, an Verbesserungen zu arbeiten: So bleibt Teilhabe verlässlich – und die Verwaltung wird spürbar entlastet“.

Samstag, 20. Dezember 2025

Werden Grundrechte der Menschen zum Kostenfaktor und Luxusgut?

In einem Gastbeitrag für die WELT hat die frühere Familienministerin Kristina Schröder beschreiben, dass wir uns bestimmte Leistungen für Menschen mit Behinderungen nicht mehr leisten können. Sie ernte dafür heftige Reaktionen, u.a. von Beata Ackermann, Sprecherin der Frankfurter Behindertenarbeitsgemeinschaft, die in der Frankfurter Rundschau ein Interview gab und Corinna Rüffer auf Facebook

Teilhabe ist ein Grundrecht – und kein Geschenk 

Kristina Schröder stört vor allem die Unterstützung psychisch kranker Menschen, deren Anträge durchgewunken würden. Die Realität sind anders aus, oft müssen die Familien um jeden Cent kämpfen und die Anträge dauern Monate. Die Unterstützung ist auch keineswegs großzügiger als in skandinavischen Ländern. 
Corinna Rüffer beklagt das Gegeneinander-Ausspielen, wenn sie beklagt, dass Behinderte Assistenz bekommen, Pflegekräfte aber nicht. Ackermann sieht im Titel „Was wir uns künftig nicht mehr leisten können“ Parallelen zur Euthanasie. 
Die Grundrechte der Menschen werden hier zum Kostenfaktor erklärt und als Luxusgut interpretiert. 

Fragwürdige Lösungsvorschläge 

Schröders Fazit ist entlarvend: Entweder mehr und länger arbeiten und die Atomkraft nutzen – oder wir können uns die Eingliederungshilfe nicht mehr leisten. Sie machten die Hilfe zum Hebel für eine Agenda, die mit Behindertenpolitik nichts zu tun hat. 
Beide Autorinnen kritisieren die möglichen Folgen dieser Vorschläge. Sie sind gesetzeswidrig, da sie das Sozialstaatsgebot und der UN-Behindertenrechtskonvention widersprechen. Menschen mit Behinderungen würden weiter ausgesondert und ihrer Teilhabemöglichkeiten beraubt.