Mittwoch, 24. Juni 2026

Sport – die schönste Nebensache der Welt?

In Seminaren für die Nikolauspflege und die Diakonie Stetten ging es um die schönste Nebensache der Welt – den Sport. 

Sport und Inklusion 

Bei beiden Gruppen ging es zunächst um den eigenen Bezug zum Sport. Viele der Teilnehmer machen Sport, im Falle der Diakonie Stetten sogar in einer inklusiven Kooperationsmannschaft in Weinstadt . Allerdings sind im Schnitt weniger Menschen mit Behinderungen Mitglied eines Sportvereins als in der restlichen Bevölkerung. Erfreulich hingegen, dass Veranstaltungen wie Paralympics ode die Special Olympics an Bedeutung gewonnen haben. 

Fußball und Politik 

Schon immer hatten Fußball etwas mit Politik zu tun, wie ich im weiteren Verlauf an einigen Bildern verdeutlicht haben: Anhand Ereignisse wie den Olympischen Spielen in Berlin zeigte ich auf, dass Herrscher Spiele missbrauchen können. Aber es gibt auch positive Beispiele, wie das Wunder von Bern, als der Sieg mitgeholfen hat einem ganzen Land Hoffnung zu geben und dem Sommermärchen 2006, als sich Deutschland als toller Gastgeber präsentiert hat. Auch die aktuelle Fußball-Weltmeisterschaft wird überschattet durch die Politik von Donald Trump und dem fragwürdigen Verhalten von FIFA-Präsident Infantino.

Weitere Seminare folgen 

Im Juli werde ich das Thema nochmals bei einem Seminar in Leonberg vorstellen. Aber auch nach der Fußball-WM bleibt das Thema aktuell un dhabe es deshalb in mein neues Seminarprogramm https://www.lutz-redenundschreiben.de/seminarangebote/ aufgenommen. Weitere Vorschläge für Seminar für Menschen mit Behinderung finden Sie hier. https://www.lutz-redenundschreiben.de/reden/themen/teilhabe-foerdern/ 

Mittwoch, 10. Juni 2026

Wie die AfD Schulen in Sachsen-Anhalt umgestalten will

Glaubt man den Meinungsumfragen, könnte die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erringen. Niklas Ottersbach analysiert für den Deutschlandfunk  die Pläne und zeigt, welche Veränderungen dies für die Inklusion bedeuten wurde. Die Wahlen im Osten sind Teil meiner Seminarangebote im Bereich Demokratie und WahlenXX

Bildung ist kein Nischenthema mehr 

Lange war die Bildungspolitik für die AfD ein Nischtenthema. Hans-Thomas Tillschneider hat den Kulturkampf vorangetrieben und das Programm bestimmt. Da Bildung Ländersache ist könnte eine AfD-Landesregierung ihre Vorstellungen viel schneller und unmittelbarer durchsetzen. 

Homeschooling statt Schulpflicht

Eltern sollen die Möglichkeit haben, ihre Kinder zuhause zu unterrichten. Da die Schulpflicht in der Verfassung veranktert ist, bräcuteh es eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Dennoch ist das Thema heftig umstritten, Ministerpräsident befürchtet ein Schulsterben. 

Kritik an Erinnerungskultur: Weniger Gedenkstättenbesuche?

In der Schule soll es „Mehr Bismarck und weniger Hitler“ geben. Die Nationalflagge soll gehisst und die Nationalhymne gesungen werden. 
Die NS-Zeit werde nicht geleugnet, andere „prägende Zeiten“ aber stärker gewichtet werden. Dazu gehört auch die Forderung weniger Schülerfahrten zu NS-Gedenkstätten durchzuführen. Da die Landeszentrale für politische Bildung abeschafft werden soll, wäre die Finanzierung der Gedenkstätten deutlich schwieriger. 

Die AfD will die Inklusion beenden

Schon jetzt liegt die Inklusionsquote in Sachsen-Anhalt weit unter dem Bundesdurchschnitt – ein Grund war der Lehrermangel. Die AfD will nun „das Experiment Inklusion“ beenden, da behinderte Kinder den Unterricht lähmen. Auch diese Forderung wird kritisiert, nicht zuletzt, weil es sich um kein Experiment, sondern um Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention handelt. Laut Experten dürften Klagen dagegen aber schweirig werden.

Lehrermangel: AfD-Wahlprogramm ignoriert Seiteneinsteiger

Mittlerweile ist jeder zweite neueingestellte Lehrer ein Seiteneinsteiger – im Wahlprogamm kommt das Thema aber nur in Verbindung mit der Forderung nach „Mehr Russisch-Unterricht“ vor. 

Widerstand in Politik und Kultur 

Vereter anderer Parteien und die Kulturinstitutionen kritisieren die AfD-Vorschläge heftig. Iniativen bereiten Informationskampagnen vor – es wird sich zeige, ob das hilft. 

Donnerstag, 14. Mai 2026

Teilhabe? Zu teuer. Menschenrecht? Egal!

Swantje Unterberg kritisiert im SPIEGEL die geplanten Einschränkungen für Menschen mit Behinderung.
Die Bundesregierung will Hilfen für Menschen mit Behinderung kürzen und ein Gesetz gegen Barrieren aufweichen. Beides sendet eine fatale Botschaft: Inklusion können wir uns sparen.

Geplante Kürzungen bei Eingliederungshilfe 

Schon kurz nach seinem Amtsantritt hatte Bundeskanzler Merz den Ton gesetzt. Die Steigerung bei der Eingliederungshilfe – also Geld für Assistenz, Wohnen, Schule und Alltag sei »nicht länger akzeptabel. Im April wurden drastische Kürzungsvorschläge bekannt. Unter anderem sehen die Pläne Einschränkungen beim Wunsch- und Wahlrecht, sowie das Ende von individueller Betreuung an Schulen. Eine Kraft soll dann für mehrere Schüler gleichzeitig zuständig sein. Gegen die Maßnahmen regt sich Widerstand wie die Aktion „Nicht am Menschen sparen“. Die Initiatoren fordern, die Digitalisierung voranzutreiben und Bürokratie abzubauen. 

Abbau der Barrierefreiheit?

Auch an den geplanten Veränderungen des Behindertengleichstellungsgesetz gibt es Kritik. Zwar wird anerkannt, dass viele Barrieren, die Teilnahme behindern. Ändern wird sich aber nicht viel, da Unternehmen vor „unverhältnismäßiger Belastung“ verschont bleiben sollen. Für Betroffene heißt das: weiter hoffen auf den guten Willen. Die Autorin kritisiert „An diesem Punkt ist der Entwurf ein Rückschritt und »Gleichstellung« im Titel ein Witz.“

Grundrechte als Sparposten 

Für die Autorin zeigen die beiden politischen Vorhaben ein schwerwiegendes Problem: Wer Teilhabe als »zu teuer« verbucht, behandelt Grundrechte wie einen Sparposten für Unternehmen. Doch Teilhabe ist ein Menschenrecht. Keine Wohltat, keine Fürsorge, kein Gnadenakt.

Montag, 20. April 2026

Neue Seminarreihen „Stammtisch“ und „Reise um die Welt“

Nach den Veranstaltungen zur Landtagswahl gehen meine Seminare für Menschen mit Behinderungen weiter. In dieser Woche starteten zwei Reihen – die bereits bewährte Reihe „Reise um die Welt“ für ATRIO Leonberg und der Stammtisch für die Diakonie Stetten – beide in Kooperation mit Volkshochschulen.

Politischer Stammtisch – Jetzt reden wir!

Bei diesem neuen Format sollen alle zu Wort kommen. Die Teilnehmenden können über die Themen mitbestimmen, Fragen stellen und mitreden. Ein Thema soll im Mittelpunkt stehen, die Teilnehmenden können aber auch am Abend ihre eigenen Themen einbringen. Die Veranstaltungen werden im Rahmen der Easy Uni angeboten, einer Kooperation zwischen der Diakonie Stetten und der VHS Unteres Remstal.

Über den Iran-Krieg reden

Am ersten Abend ging es um den Iran-Krieg. Zunächst habe ich die Vorgeschichte, Hintergründe und wichtige Aspekte des Krieges erklärt. Es ging auch um die Folgen bei uns – die Teilnehmenden befürchten, dass alles immer teurer wird. Mindestens genauso wichtig war mir, über den Krieg zu reden. Die Teilnehmenden berichteten, dass sie die Fernsehberichte belasten. Hier ist es besser, nicht zu viele Nachrichten und Bilder zu schauen.

Viele Ideen für die nächsten Stammtische

Die Teilnehmenden haben schon viele Ideen für unsere nächsten Termine. m Juni soll es passend zur Fußball-Weltmeisterschaft um Sport und Politik gehen, im Herbst dann um die US-Wahlen und Donald Trump. Bei jedem Abend wird aber auch Zeit bleiben, andere Themen zu diskutieren.

Reise um die Welt geht in die nächste Runde

Die Teilnehmenden bei ATRIO dürfen auch mitbestimmen – und haben sich für eine weitere Reise um die Welt entschieden. Die Veranstaltungsreihe wird von der VHS Stuttgart und ATRIO Leonberg organisiert. Schwerpunkt wird dieses Mal die Zuwanderung nach Deutschland. In einem ersten Überblick habe ich aufgezeigt, dass es in Deutschland schon immer Zu- und Abwanderung gegeben haben. Einige Teilnehmenden oder ihre Eltern sind in den vergangenen Jahren zu uns gekommen. Diese Länder werden ebenso wie die genannten Lieblingsurlaubsländer in den folgenden Seminaren im Mittelpunkt stehen.
 

Teilhabe fördern

Auf meiner Seite Teilhabe fördern finden Sie weitere Vorschläge. Prinzipiell sind aber natürlich alle Themen meiner Seminarangebote in angepasster Form auch für Menschen mit Behinderungen denkbar. Ich freue mich auf Ihre Vorschläge.  

Dienstag, 7. April 2026

Inklusion heißt: Du gehörst dazu.

In einer Kolumne von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung  schreibt über Inklusion. 

Die Natur ist ein Gerechtigkeitsrisiko 

Das Leben beginnt ungerecht und es endet ungerecht in Bezug auf das Einkommen, aber auch bei der Gesundheit: Die eine ist ihr Leben lang gesund, die andere wird mit einer schweren Behinderung geboren. Angesichts des „Welttag der sozialen Gerechtigkeit“ fordert er eine inklusive Politik und um sozialen Schutz. Es geht also, wenn es um soziale Gerechtigkeit geht, auch um Schicksalskorrektur. Inklusion ist ein Name für dieses Projekt.

Ungerechte Ungleichheit als Aufgabe für die Gesellschaft 

Prantl nennt einige Beispiele von Menschen, die Schicksalsschläge erlitten habe. Schicksal ist keine Entschuldigung fürs Nichtstun, sondern eine Aufgabe für die Gesellschaft. Erst wenn sie diese Aufgabe annimmt, wird sie wirklich zur Gesellschaft. Trotz gesetzlicher Maßnahmen gibt es immer noch viele Barrieren für Menschen mit Beeinträchtigungen. 

Inklusion heißt: Sorge dafür, dass alle Angebote für alle zugänglich sind 

Nicht die Menschen mit Behinderungen müssen sich anpassen, sondern die Gemeinschaft sorgt dafür, dass ihre Angebote für alle zugänglich sind. Du gehörst dazu, deiner Handicaps zum Trotz -  und die Gesellschaft will alles dafür tun, dass du da mitmachen kannst.

Wie der innere Frieden zu erreichen ist

Es gibt kein Recht auf ein perfektes Leben, aber auf Hilfe, um dem Schicksal der Ausgrenzung oder Behinderung zu entkommen. Der Satz des Grundgesetzes „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ braucht eine positive Aufladung. „Inklusion verlangt auch, die Talente, Fähigkeiten und Fertigkeiten von Menschen mit Behinderungen gut zu nutzen. 
Für den Sozialstaat bedeutet dies, dass ein guter Sozialstaat hilft, Defizite junger Menschen aufzufangen und die Stärken zu erkennen, zu nutzen und sie auszubauen. Das ist der Wert, das ist der Mehrwert der Inklusion.

Donnerstag, 12. März 2026

Die Krankstalt – Kübra Sekin über Kristina Schröder und Inklusion

In meinem Blog habe ich über die umstrittenen Äußerungen von Kristina Schröder berichtet. In der Anstalt hat Kubra Sekin in einem beeindruckenden Beitrag. Auch der Rest der Ausgabe ist beeindruckend, das Solo von Kübra Sekin beginnt ab Minute 9:38. 
 

Können wir uns Assistenz nicht mehr leisten?

Die ehemalige Familienministerin hatte in einem umstrittenen Beitrag erklärt, dass wir uns manche Unterstützung für Menschen mit Behinderung nicht mehr leisten können, konkret: Den Anspruch behinderter Menschen auf persönliche Assistenz. Es geht um Existenz, Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Rechtsextreme inkludieren aber Behinderte ausschließen 
Bitter ist auch, dass die Uni Köln auf politische Sparmaßnahmen mit der Streichung des Studienganges „Disability Studies" reagiert. Die erste und einmalige Universitätsprofessur für zeitgemäße Behindertenforschung in Deutschland.

Rechtsextreme inkludieren aber Behinderte ausschließen 

Besonders bitter ist, dass die rechte Organisation Republik 21 massiv unterstützt werden. Kristina Schröder ist stellvertretende Vorsitzende und möchte die Brandmauer zur AfD abreißen – denn Brandmauern schließen Menschen aus. Mit dem Ausschluss von Menschen mit Behinderungen hat sie kein Problem. 

Samstag, 7. März 2026

Meine Veranstaltungen zur Landtagwahl enden im Norden

 Meine Seminare zur Landtagswahl haben in Lahr und Lörrach im Süden angefangen und endeten nun im Norden von Baden-Württemberg für Werkstätten der Johannes-Diakonie Mosbach. Dazwischen lagen tolle Termine mit vielen schönen Begegnungen – vielen Dank an alle Teilnehmer*innen und Partner*innen für den Besuch und die Unterstützung bei der Organisation. 

Seminare – Einfach wählen gehen

Bei meinen 12 Seminaren ging es um die Fragen, warum Wählen wichtig ist und wie gewählt wird. Außerdem habe ich die Parteien und wichtigsten Ziele vorgestellt. Besonders freut mich, dass die Veranstaltungen in Fellbach und Heilbronn durch Kooperationen der Volkshochschulen mit der Diakonie Stetten bzw. der Offenen Hilfe zustande gekommen ist. Außerdem war ich in fünf Werkstätten der Johannes-Diakonie Mosbach und drei Werkstätten von ATRIO Leonberg zu Gast.

Bock auf Wahl: Demokratie und Mitbestimmung an Schulen

Gemeinsam mit dem Team des Kreisjugendrings habe ich im Rahmen des Projekts „Bock auf Wahl“ Veranstaltungen für neun Klassen an vier Sozialpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum gestaltet. Die Einheiten bestanden aus einem Infoteil und einem „praktischen Teil“, bei dem die Schüler*innen ein Baden-Württemberg Puzzle, Bilderrätsel über berühmte Menschen und Produkte aus Baden-Württemberg und ein Quiz ausprobieren konnte.

Baden-Württemberg – Wir können alles außer Hochdeutsch

In zwei Seminaren stand Baden-Württemberg im Mittelpunkt. Auch hier wurde gepuzzelt und geraten und die Teilnehmenden erfuhren einiges über Geschichte und Gegenwart unseres Bundeslands. Beim Kochkurs stand natürlich das Kochen im Vordergrund, aber ein paar Informationen und Gespräche gab es auch hier. 

Aktionstage an der Ludwig-Schlaich-Akademie

Für die Fachschule für Jugend- und Heimerzieher führte ich mit der Schulleiterin einen Aktionstag zur Wahl durch. Beim Planspiel „Parteien stellen sich zur Wahl“ schlüpften die Studierenden in die Rollen von Medien, Kandidaat*innen und Bürger*innen. Mit großem Engagement stellten wurden Gespräche im Wahlkampf nachgespielt – mit kritischer Berichterstattung durch die Medien. Im zweiten Teil besuchten die Gruppen verschiedene Stationen, u.a. einem Fachgespräch über die Frage, wie die angehenden Jugend- und Heimerzieher*innen ihren Klient*innen Demokratie näher beibringen konnte. Für die Berufsfachschule für Arbeitserziehung hat ein Demokratieprojekt begonnen, der Abschluss folgt nach der Wahl.

Planspiele bei Seminaren für Bundesfreiwillige

Das Planspiel „Parteien stellen sich zur Wahl“ habe ich auch bei drei Seminaren für die Bildungszentren Bodelshausen und Karlsruhe gespielt. Nach anfänglichen Zweifeln haben sich die Teilnehmenden in ihren Rollen eingearbeitet und mit Wahlplakaten Gespräche im Wahlkampf nachgespielt. Besonders beeindruckend war die Arbeit der Medienteams, die mit ihren Ideen das Planspiel noch spannender machten.

Persönliche Kontakte

Mindestens so wichtig wie die Seminare sind für mich persönliche Kontakte. Die Stadt Schwäbisch Gmünd führt Projekte zur Inklusion durch. Bei einem Projekt bin ich als politischer Assistent tätig, d.h. ich berate und begleite Menschen mit Behinderung bei politischen Fragen. Bei meinem ersten Einsatz konnte ich einen Klienten betreuen, der um Unterstützung bei der Wahl gebeten hat. Auch am Rande meiner Seminare konnte ich mit vielen Teilnehmenden ins Gespräch kommen, die ich hoffentlich zum mitmachen und wählen motivieren konnte.

Weiter mitmischen und mitbestimmen

Die nächste Wahlen gibt es erst wieder 2029 mit der Europa- und Kommunalwahl und der nächsten Bundestagswahl – wenn die Regierung solange durchhält.. Demokratie und Mitbestimmung sind aber auch im Alltag wichtig. Ich freue mich, dass für ATRIO Leonberg die Reise um die Welt weiter geht und mit dem Politischen Stammtisch ein neues Model an der Diakonie Stetten startet. Weitere Vorschläge finden Sie auf der Seite Teilhabe fördern.