Mittwoch, 12. Februar 2020

Inklusive Bildungsangebote an der VHS Stuttgart

Gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung

Seit 2013 gibt es ein inklusives Bildungsangebot an der vhs stuttgart. Dabei sollen bestehende Angebote für alle zugänglich gemacht und Barrieren für das Lernen und die Teilhabe beseitigt werden. Beim gemeinsamen Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung geht es darum, voneinander zu lernen und andere Perspektiven und Stärken kennen zu lernen.

Vielfältiges inklusives Angebot

Die Rückmeldungen aus den inklusiven Kursen sind sehr positiv und wir freuen uns, gemeinsam mit allen am Prozess Beteiligten über unser abwechslungsreiches und interessantes inklusives Kursangebot.
Das Motto: Alle Menschen sollen überall dabei sein können. Menschen mit und ohne Behinderung können gemeinsam lernen und Spaß haben.

Weitere Informationen und die Broschüre erhalten Sie über die Homepage der VHS Stuttgart.

Dienstag, 28. Januar 2020

Miteinander und voneinander lernen - Seminar mit Studierenden und Klient/innen

Bei einem Seminar an der Ludwig-Schlaich-Akademie ging es um die Nazi-Zeit, Menschenrechte und Teilhabe – und das gemeinsame Lernen von Studierenden und den Menschen mit Behinderungen, die sie betreuen.

Beeindruckendes Projekt über Grafeneck

Mit Unterstützung von Christa Rommel, Referentin für Bildung und Qualifizierung, berichteten zwei Mitarbeiter der Remstal Werkstätten über ihr Projekt zur Tötungsanstalt Grafeneck. Dort wurden während der Nazizeit über 10.000 Menschen mit Behinderung, darunter über 300 Menschen der Diakonie Stetten, grausam ermordet. Nach dem Besuch der Gedenkstätte entstand der Wunsch, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. Dadurch entstand Lernmaterial, das gemeinsam mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg erstellt wurde.

Gemeinsames Lernen und gemeinsamer Einsatz für Inklusion

Die Präsentation der beiden Mitarbeiter/innen zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, sich mit den Gräueltaten dieser Zeit auseinanderzusetzen. Die Diskussion über die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes zeigte, dass es zur Inklusion – der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen – noch ein weiter Weg ist. Es lohnt sich aber dafür zu kämpfen!

Fazit und Ausblick

So gab es trotz des ernsten Themas viele erfreute Gesichter – auch bei mir. Da ich bisher Menschen mit Behinderungen und die Studierenden immer nur getrennt unterrichtet hatte konnte ich sie nun zusammenbringen – auch dies ein kleiner Beitrag zur Inklusion. Fortsetzung folgt!

Weitere Informationen

Jürgen Lutz: Artikel über das gemeinsame Seminar

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Stundenlohn 1,30 Euro – eine Sache des Sich-wertgeschätzt-Fühlens

Die Süddeutsche Zeitung diskutiert im Artikel Stundenlohn: 1,30 Euro die geringen Löhne von Menschen, die in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Mehr als 300.000 arbeiten in Werkstätten bekommen rund 180 Euro – im Monat! Für sie gilt der seit 2015 beschlossene gesetzliche Mindestlohn nicht. Im Artikel kommen beide Seiten zu Wort

Das ist ungerecht

Eine Petition fordert, dass dieser Zustand beendet wird und verweisen auf Artikel 3: Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Sie verweisen auch auf den gigantischen Unterschied: 1,30 Euro in den Werkstätten, 9,19 Euro Mindestlohn auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Wir können nicht mehr zahlen

Die Werkstätten verweisen darauf, dass sie nicht mehr bezahlen können. Arbeiternehmer*innen in Werkstätten genießen auch Rechte: Sie können nicht entlassen werden, sie müssen ihre Arbeit auch nicht in bestimmten Zeitspannen erledigen.

Mini-Lohn - aufgebessert vom Staat

Die Inklusionsaktivistin Gersdorff fordert einen Mini-Lohn: Lieber einen Lohn, von dem sie leben können, und damit weniger oder keine Sozialleistungen. Die Ausgaben für den Staat wären vergleichbar, emotional macht es einen Unterschied, eine „Sache des Sich-wertgeschätzt-Fühlens“.

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Broschüren der Bundeszentrale - Internet und Digitalisierung

Der sichere Umgang mit Internet und Smartphone ist für Menschen mit Behinderungen ein wichtiges Thema. Zu Internet und der digitalen Welt hat die Bundeszentrale für politische Bildung Broschüren und Audio-CDs veröffentlicht.

Internet und Smartphone  

Das Heft in einfacher Sprache können Sie über die Seite der Bundeszentrale bestellen und herunterlagen: 
Über den Inhalt:
Wir leben in einer digitalen Welt. Deshalb wird viel über Computer, Smartphone und Digitalisierung gesprochen. Vielleicht fragen Sie sich: Was ist ein Computer? Was kann ich alles mit einem Smartphone machen? Was bedeutet Digitalisierung? Das alles wird in diesem Heft erklärt. In einfacher Sprache.

Die digitale Welt

Das Heft in einfacher Sprache können Sie über die Seite der Bundeszentrale bestellen und herunterlagen:
Über den Inhalt:  
Internet gehört für viel Menschen zum Leben dazu: Dort informieren sie sich, tauschen sich mit anderen aus, sehen Videos, kaufen ein und vieles mehr. Was das Internet ist, wie es funktioniert, wie dort Firmen Daten sammeln und warum es gut sein kann, darüber etwas zu wissen, erklärt dieses Heft.

Donnerstag, 21. November 2019

Klimawandel - (auch) ein Thema für die inklusive politische Bildung

Der Klimawandel ist ein Thema, das derzeit viele Menschen bewegt. Viele jungen Menschen gehen auf die Straße und auch die Politik hat – oft noch halbherzig – reagiert.

Wie alle aktuellen Themen ist es wichtig, auch dieses Thema für Menschen mit Behinderungen aufzubereiten und zu diskutieren. An der Diakonie Stetten haben wir theoretische mit praktischen Seminarteilen verbunden

„Theoretisches“ Seminare mit grundlegenden Informationen

Natürlich gestalte ich meine Seminare nicht nur theoretisch, sondern versuche die Teilnehmenden einzubinden und Ideen zu sammeln, die jede*r machen kann: Weniger Sachen wegwerfen, lokale Produkte kaufen, ab und zu auf Fleisch verzichten, nur das kaufen, was man wirklich braucht, Licht ausmachen, wenn man den Raum verlässt…

Praktischer Teil - Raus in die Natur

Für den zweiten „praktischen“ haben wir bereits verschiedene Varianten durchgeführt: einen Besuch in der Wilhelma, das Erstellen eigener Infoplakate und ein Spaziergang im Wald. Im nächsten Semester planen wir einen „nachhaltigen“ Spaziergang, in dem uns ein Experte vom BUND Tipps für ein nachhaltiges Leben vor der Haustüre geben wird.

Weitere Informationen

Bundesministerium für Umwelt Klimawandel Arbeitsheft für die Grundschule
TAZ: Klimawandel in leichter Sprache
Jürgen Lutz: Artikel über Seminar Klimawandel November 2019
Jürgen Lutz: Artikel über Seminar Klimawandel Februar 2019

Mittwoch, 30. Oktober 2019

10 Jahre Behindertenrechtskonvention - Videos

Zum 10. Jahrestag der UN-Behindertenkonvention gab es einige spannende Dokumentationen, die ich hier vorstellen möchte-

Der Kampf um Teilhabe und Gleichberechtigung

„Respekt“ ist eine tolle Serie des Bayerischen Rundfunks. Sie fordert „Demokratische Grundwerte für alle“. Die Homepage  beschäftigt sich mit unterschiedlichen Rechten und Freiheiten, aber auch Menschen, die diskriminiert werden.

In einem Film „Menschen mit Behinderung – Kampf um Teilhabe und Gleichberechtigung“ begleitet die Reporterin einige Menschen mit Behinderungen und zeigt ihren alltäglichen Kampf um Wertschätzung und Gleichbehandlung.
Außerdem liefert sich Informationen und Fakten zum Stand der Inklusion – sehr empfehlenswert!




Das Märchen von der Inklusion

Ein ernüchterndes Resümee nach 10 Jahren UN-Behindertenrechtskonvention zieht eine ARD-Dokumentation. Am Beispiel von Bremen zeigt sie, dass die konsequente Inklusion in Kindergarten und Schulen einiges verändert hat, aber auch da ist es beim Arbeitsmarkt Schluss: der Anteil von geistig Behinderten im ersten Arbeitsmarkt ist kaum messbar. Dennoch gibt es auch in dieser Dokumentation einige tolle Beispiele junger Menschen, die an ihren Träumen festhalten.


 

Sehen statt Hören 

Der Film „Sehen statt Hören“ vom Bayerischen Rundfunk betrachtet das 10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention. Ein Gehörloser fragt Menschen auf der Straße nach ihrem Wissen (eher gering), zeigt aber auch erfolgreiche Beispiele, wie gehörlose Menschen ihre Chancen genutzt haben. 

Freitag, 18. Oktober 2019

10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention - Es gibt noch viel zu tun

Ein gemischtes Fazit ziehen Expert/innen anlässlich des zehnten Jahrestag der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention. Sie fordert eine inklusive Gesellschaft – ohne Barrieren und ohne Diskriminierung. Ohne Frage ist einiges erreicht worden, allem voran das Bundesteilhabegesetz. Das Thema ist präsent, es gibt Beratungsstellen und viele kleine Erfolge. Dazu zählt auch, dass viele Menschen mit Behinderungen ihre Interessen offensiv vertreten und wirklich mittendrin sind. Der Artikel der Süddeutschen berichtet über einige tolle Fälle.

Es gibt noch viel zu tun

Der Artikel listet aber auch einige Versäumnisse auf: Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention beklagt, dass in vielen Bereichen wie barrierefreiem Bauen und gesellschaftlichen Teilhabe noch viel zu tun ist. Er sieht sogar den Trend zur Exklusion, da viele Bundesländer die Inklusion an Schulen zurückdrehen möchten. Die Zahl der behinderten Menschen am ersten Arbeitsmarkt hat sich kaum verändert, dafür hat sich die Zahl der Menschen in Behindertenwerkstätten verdoppelt – ein Trend der eigentlich gestoppt werden sollte. Man hat, so Aichele, noch einen langen Weg vor sich.

Bisherige Urteile: Wenig Lob, viel Kritik

Zu einem ebenfalls gemischten Fazit kommt die Aktion Mensch in ihrer Studie. Dort werden auch die Prüfberichte erwähnt, die der zuständige UN-Fachausschuss erstellt hat: „Wenig Lob, viel Kritik“: Gelobt wird der Aktionsplan, die Anerkennung der Gebärdensprache und die Förderung der Barriere-freiheit, die aber nach wie vor deutlichen Verbesserungsbedarf hat. Besonders in den Bereichen Arbeit und Bildung liegen Anspruch und Wirklichkeit noch weit auseinander. Auch das zweite Prüfverfahren wird wohl „ernste Empfehlungen“ geben.