Donnerstag, 21. November 2019

Klimawandel - (auch) ein Thema für die inklusive politische Bildung

Der Klimawandel ist ein Thema, das derzeit viele Menschen bewegt. Viele jungen Menschen gehen auf die Straße und auch die Politik hat – oft noch halbherzig – reagiert.

Wie alle aktuellen Themen ist es wichtig, auch dieses Thema für Menschen mit Behinderungen aufzubereiten und zu diskutieren. An der Diakonie Stetten haben wir theoretische mit praktischen Seminarteilen verbunden

„Theoretisches“ Seminare mit grundlegenden Informationen

Natürlich gestalte ich meine Seminare nicht nur theoretisch, sondern versuche die Teilnehmenden einzubinden und Ideen zu sammeln, die jede*r machen kann: Weniger Sachen wegwerfen, lokale Produkte kaufen, ab und zu auf Fleisch verzichten, nur das kaufen, was man wirklich braucht, Licht ausmachen, wenn man den Raum verlässt…

Praktischer Teil - Raus in die Natur

Für den zweiten „praktischen“ haben wir bereits verschiedene Varianten durchgeführt: einen Besuch in der Wilhelma, das Erstellen eigener Infoplakate und ein Spaziergang im Wald. Im nächsten Semester planen wir einen „nachhaltigen“ Spaziergang, in dem uns ein Experte vom BUND Tipps für ein nachhaltiges Leben vor der Haustüre geben wird.

Weitere Informationen

Bundesministerium für Umwelt Klimawandel Arbeitsheft für die Grundschule
TAZ: Klimawandel in leichter Sprache
Jürgen Lutz: Artikel über Seminar Klimawandel November 2019
Jürgen Lutz: Artikel über Seminar Klimawandel Februar 2019

Mittwoch, 30. Oktober 2019

10 Jahre Behindertenrechtskonvention - Videos

Zum 10. Jahrestag der UN-Behindertenkonvention gab es einige spannende Dokumentationen, die ich hier vorstellen möchte-

Der Kampf um Teilhabe und Gleichberechtigung

„Respekt“ ist eine tolle Serie des Bayerischen Rundfunks. Sie fordert „Demokratische Grundwerte für alle“. Die Homepage  beschäftigt sich mit unterschiedlichen Rechten und Freiheiten, aber auch Menschen, die diskriminiert werden.

In einem Film „Menschen mit Behinderung – Kampf um Teilhabe und Gleichberechtigung“ begleitet die Reporterin einige Menschen mit Behinderungen und zeigt ihren alltäglichen Kampf um Wertschätzung und Gleichbehandlung.
Außerdem liefert sich Informationen und Fakten zum Stand der Inklusion – sehr empfehlenswert!




Das Märchen von der Inklusion

Ein ernüchterndes Resümee nach 10 Jahren UN-Behindertenrechtskonvention zieht eine ARD-Dokumentation. Am Beispiel von Bremen zeigt sie, dass die konsequente Inklusion in Kindergarten und Schulen einiges verändert hat, aber auch da ist es beim Arbeitsmarkt Schluss: der Anteil von geistig Behinderten im ersten Arbeitsmarkt ist kaum messbar. Dennoch gibt es auch in dieser Dokumentation einige tolle Beispiele junger Menschen, die an ihren Träumen festhalten.


 

Sehen statt Hören 

Der Film „Sehen statt Hören“ vom Bayerischen Rundfunk betrachtet das 10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention. Ein Gehörloser fragt Menschen auf der Straße nach ihrem Wissen (eher gering), zeigt aber auch erfolgreiche Beispiele, wie gehörlose Menschen ihre Chancen genutzt haben. 

Freitag, 18. Oktober 2019

10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention - Es gibt noch viel zu tun

Ein gemischtes Fazit ziehen Expert/innen anlässlich des zehnten Jahrestag der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention. Sie fordert eine inklusive Gesellschaft – ohne Barrieren und ohne Diskriminierung. Ohne Frage ist einiges erreicht worden, allem voran das Bundesteilhabegesetz. Das Thema ist präsent, es gibt Beratungsstellen und viele kleine Erfolge. Dazu zählt auch, dass viele Menschen mit Behinderungen ihre Interessen offensiv vertreten und wirklich mittendrin sind. Der Artikel der Süddeutschen berichtet über einige tolle Fälle.

Es gibt noch viel zu tun

Der Artikel listet aber auch einige Versäumnisse auf: Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention beklagt, dass in vielen Bereichen wie barrierefreiem Bauen und gesellschaftlichen Teilhabe noch viel zu tun ist. Er sieht sogar den Trend zur Exklusion, da viele Bundesländer die Inklusion an Schulen zurückdrehen möchten. Die Zahl der behinderten Menschen am ersten Arbeitsmarkt hat sich kaum verändert, dafür hat sich die Zahl der Menschen in Behindertenwerkstätten verdoppelt – ein Trend der eigentlich gestoppt werden sollte. Man hat, so Aichele, noch einen langen Weg vor sich.

Bisherige Urteile: Wenig Lob, viel Kritik

Zu einem ebenfalls gemischten Fazit kommt die Aktion Mensch in ihrer Studie. Dort werden auch die Prüfberichte erwähnt, die der zuständige UN-Fachausschuss erstellt hat: „Wenig Lob, viel Kritik“: Gelobt wird der Aktionsplan, die Anerkennung der Gebärdensprache und die Förderung der Barriere-freiheit, die aber nach wie vor deutlichen Verbesserungsbedarf hat. Besonders in den Bereichen Arbeit und Bildung liegen Anspruch und Wirklichkeit noch weit auseinander. Auch das zweite Prüfverfahren wird wohl „ernste Empfehlungen“ geben.

Montag, 30. September 2019

Weiterbildungszentrum Ingelheim - Inklusion in der Weiterbildung

Das Weiterbildungszentrum Ingelheim ist eine öffentliche Einrichtung der Jugend- und Erwachsenenbildung in Rheinland-Pfalz. Die vielfältigen Angebote umfassen auch die landesweite Service- und Beratungsstelle „Inklusion in der Weiterbildung“. Gemeinsam mit Thomas Landini, dem Leiter der Servicestelle, habe ich eine Fortbildungsveranstaltung für Kursleiter/innen und Mitarbeiter/innen durchgeführt.

Inklusion ist Zugehörigkeit

Das umfangreiche Programm der Servicestelle ist beeindruckend. Durch die Verbindung mit dem Volkshochschulverband hat er Kontakte und schult und berät Mitarbeiter/innen. Seine wichtigste These „Integration bedeutet Duldung, Inklusion ist Zugehörigkeit“.

Politische Bildungsveranstaltungen für alle

In meinem Beitrag berichtete ich über Veranstaltungstypen und Themen, die für inklusive politische Bildungsveranstaltungen geeignet sind. Intensiv diskutiert wurden auch mögliche Kooperationen der Volkshochschulen und die möglichst lebendige Gestaltung der Veranstaltungen. Meine wichtigsten Punkte: Die Veranstaltungen leisten einen Beitrag, die Teilhabe der Menschen zu verbessern – und sie machen allen Beteiligten viel Spaß!

Weitere Informationen

Homepage Weiterbildungszentrum Ingelheim
Jürgen Lutz: Artikel über Workshop 

Donnerstag, 6. Juni 2019

Seminare über alle politischen Themen?!

Gibt es Themen, die für die Zielgruppe Menschen mit Behinderungen nicht geeignet wären? Ich glaube nicht und habe zumindest noch keines gefunden.

Seminare zu allgemeinpolitischen Themen

Ein großer Teil meiner Seminare an der Diakonie Stetten behandeln allgemeinpolitische Themen. Kaum ein Thema, das wir nicht behandelt haben – von ernsten Themen wie die Gefahren durch den Terrorismus und Rechtsextremismus über Wirtschafts- und Sozialpolitik über Wahlen auf den unterschiedlichen Ebenen bis hin zu Schwäbisch- und Badisch-Tests bei Seminaren zu Baden-Württemberg.

Einfach erklären, Probleme ansprechen, keine Angst machen 

Besonders bei emotionalen Themen wie bei einem Seminar nach dem 11. September war die Durchführung nicht immer einfach. Auch hier gelten die Regeln: einfach und anschaulich erklären, Probleme ansprechen und nicht verharmlosen, den Menschen die Möglichkeit geben sich zu äußern. Ein ganz wichtiger Punkt ist auch, den Menschen keine Angst zu machen.

Der Spaß darf nicht zu kurz kommen

Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Spaß darf nicht zu kurz kommen. Englische Vokabeln bei einem Seminar über die USA, ein Puzzle bei einem EU-Seminar, Bilder, Videos.. Kein Problem ist so ernst, dass man das Seminar dazu nicht auch mit positivem und Spaß verbinden könnte!

Donnerstag, 2. Mai 2019

Videos zur Europa- und Kommunalwahl 2019 in leichter Sprache

Zur Europa- und Kommunalwahl gibt es wieder interessante Videos in leichter Sprache, in der die Wahlen erklärt werden.

Europawahl

Das Video von Explainity ist zwar nicht in leichter Sprache, aber gut erklärt und damit sicher für viele geeignet:

Gut gefallen hat mir auch das Video der Caritas.

Kommunalwahlen

Das Aktionsbündnis Wählen ab 16 hat einige witzige Videos veröffentlicht, u.a. zum komplizierten kumulieren und panaschieren.



Gute gefallen hat mir ein Video zur Kommunalwahl in Heidelberg.
Die Landeszentrale hat außerdem ein Video, warum wählen wichtig ist

Donnerstag, 25. April 2019

Die Debatten um Bluttest auf Trisomie

Die Debatte um Gentests schlägt (zurecht) hohe Wellen!
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat entschieden, dass der Bluttest auf Trisomien in der Schwangerschaft „in begründeten Einzelfällen“ von Krankenkassen bezahlt wird.

Kritik 

Kritiker befürchten, dass die Zahl der Abtreibungen zunehmen wird. Wenn Menschen mit Downsyndrom zunehmend als vermeidbar wahrgenommen würden, könnte das Eltern unter Druck setzen, sich für eine Abtreibung zu entscheiden. In Dänemark kamen nur noch halb so viele Kinder mit Downsyndrom zur Welt, nachdem der Bluttest zur Kassenleistung geworden war.

Befürworter

Befürworter verweisen darauf, dass der Test verfügbar ist und es keine soziale Frage sein darf, diesen Test anzuwenden. Sie verweisen auf das Selbstbestimmungsrecht der Frauen. Sie müssen eine freie Entscheidung treffen können, ob und welche Test sie vornehmen. Sie verweisen auf die Einschränkung auf Indikatoren und eine ausführliche Beratung.

Weitere Informationen 

Rhein-Neckar-Zeitung: Pro und Contra Bluttest auf Trisomie
Der Spiegel: Bluttest auf Downsyndrom