Donnerstag, 6. Dezember 2018

Fortbildung für Werkstatträte und Frauenbeauftragte - Demokratie bedeutet Mitbestimmung

Was bedeutet Demokratie? Wer macht die Politik? Welche Möglichkeiten gibt es mitzubestimmen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich am 3. Dezember – dem Internationalen Tag der Behinderten – rund 20 Werkstatträte und Frauenbeauftragte der Hagsfelder Werkstätten. Sie waren der Einladung der Karlsruher Behindertenbeauftragten ins Karlsruher Rathaus gefolgt.

Kommunale Behindertenbeauftragte

Das Landesbehindertengleichstellungsgesetz verpflichtet die Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg zur Bestellung einer „Kommunalen Behindertenbeauftragten“. In Karlsruhe hat diese Aufgabe Ulrike Wernert. Die zentrale Aussage ihrer Seite zitiere ich gerne:
Gesellschaft muss sich so verändern, dass alle Menschen selbstbestimmt daran teilnehmen können
Auf ihrer Facebook-Seite bietet sie aktuelle Informationen zum Thema Inklusion.

Demokratie als Herrschaft des Volkes

Bereits die Vorstellungsrunde der Fortbildung war bewundernswert. Es war toll zu sehen, wie sich die Werkstatträte und Frauenbeauftragten für ihre Kolleg/innen einsetzen. So engagiert waren auch die Diskussionen nach meinem Beitrag über die Bedeutung von Demokratie – auf diese engagierten Bürger/innen kann unsere Demokratie bauen!

Weitere Informationen 

Seite der Stadt Karlsruhe - Kommunalbehindertenbeauftragte

Artikel auf meiner Homepage: Politik für alle - Demokratie bedeutet mitbestimmen
 

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Pro und Contra Inklusion in der Schule

Ist Inklusion ein Gewinn oder eine Gefahr für die Schule. Im Schulportal werden wichtige Argumente ausgetauscht.

Pro Inklusion

Befürworter betonen, dass Inklusion ein Rechtsanspruch ist. Sie hoffen, dass Kinder mit Behinderung werden besser auf das „echte“ Leben vorbereitet werden. Sie gehen davon aus, dass ein inklusives langfristig billiger kommt.
Für Stefan Osthoff ist es auch nicht nur eine Frage des Geldes: „Ob Inklusion gelingt, ist in erster Linie eine Frage der Einstellung und Haltung. Erst danach kommen Fragen der personellen und sachlichen Ausstattung.“

Gegen Inklusion

Gegner der Inklusion argumentieren mit den Kosten und befürchten, dass leistungsstarke Kinder nicht ausreichend gefördert werden und die Kinder mit Betreuungsbedarf trotz Unterstützung Ausgrenzung und Versagen erleben. Im bewährten System der Förderschulen können sie besser unterstützt werden.
Für Michael Felten kann die Devise deshalb nur heißen: Nicht prinzipielle Inklusion um jeden Preis, sondern nur da, wo es für das einzelne Kind sinnvoll ist – und erst dann, wenn die schulischen Gegebenheiten dies tatsächlich zulassen.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Broschüren der Bundeszentrale: Das Grundgesetz

In der Reihe „Einfach Politik“ bietet die Bundeszentrale zwei tolle neue Broschüren über das Grundgesetz: über den Staat und über die Grundrechte. Zu beiden Themen gibt es auch eine Audio-CD.

Das Grundgesetz - über den Staat 

Das Heft in einfacher Sprache können Sie über die Seite der Bundeszentrale bestellen und herunterlagen: 
Über den Inhalt:
Im Grundgesetz steht: "Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat". Vielleicht fragen Sie sich: "Was heißt das eigentlich?" oder "Was hat das mit mir zu tun?" In dem Heft können Sie auf diese und viele weitere Fragen Antworten finden. Das Heft erklärt den deutschen Staat.

Das Grundgesetz. Die Grundrechte

Das Heft in einfacher Sprache können Sie über die Seite der Bundeszentrale bestellen und herunterlagen:
Über den Inhalt:
Grundrechte stehen im Grundgesetz. Vielleicht reicht Ihnen dies. Vielleicht wollen Sie aber auch mehr wissen: Was haben die Grundrechte mit mir zu tun? Wovor schützen sie mich? Was bedeutet Menschenwürde, Freiheit oder Gleichheit? Das Heft beantwortet diese und andere Fragen. Es erklärt die "Grundrechte". In einfacher Sprache.

Donnerstag, 6. September 2018

Einschränkungen machen erfinderisch

In der Süddeutschen Zeitung ist ein interessanter Artikel über eine taubblinde Juristin erschienen: Einschränkungen machen erfinderisch

Sie ist taubblind - und eine der einflussreichsten jungen Personen weltweit. Die Harvard-Juristin Haben Girma erklärt, warum gerade auch Menschen mit Behinderungen ein Unternehmen erfolgreicher machen können.

Nicht still in einer Ecke sitzen

Ein wichtiger Grund für ihren Erfolg: "Ich bin sehr neugierig. Ich will nicht still in einer Ecke sitzen. Und klar bin ich ehrgeizig. Warum sollte man sich mit weniger zufriedengeben, wenn man nach den Sternen greifen kann?", sagt sie.

Inklusive Unternehmen sind erfolgreicher

Sie ist überzeugt, dass von Menschen mit Behinderungen ein Innovationsschub ausgehen kann:
"Inklusive Unternehmen sind erfolgreicher".
Dank moderner Technik wird auch die Kommunikation mit anderen Menschen leichter: Wer ihr etwas sagen will, tippt es in eine Tastatur, die sie ständig bei sich trägt und den Gesprächspartnern gibt. Über Bluetooth wird das Getippte in Blindenschrift übersetzt und auf Girmas Lesegerät übertragen.

Eine faszinierende Frau und ein interessanter Artikel – absolut lesenswert!

Sonntag, 5. August 2018

Mehr möglich machen, weniger behindern – das Bundesteilhabegesetz

Es gibt noch viele Unsicherheit, da einige Elemente des Bundesteilhabegesetzes noch nicht in Kraft sind oder noch umgesetzt werden müssen.
Umso erfreulicher, dass rund 60 Interessierte in die Kantine der Backnanger Werkstätten der Paulinenpflege Winnenden gekommen sind, um sich über das Gesetz und die Folgen zu informieren.  Das Seminar wurde in Kooperation zwischen der VHS Backnang und der Paulinenpflege Winnenden angeboten.

Mehr möglich machen, weniger behindern – das Bundesteilhabegesetz

Was bedeutet „Bund“, was bedeutet „Teilhabe“, was bedeutet „Gesetz“ – von Anfang an waren die Teilnehmer/innen aktiv dabei, als es galt, sich erst mal über den Namen des Gesetzes Gedanken zu machen. Viele erinnerten sich an das letzte Seminar zur Bundestagswahl und wussten, dass letztlich Regierung und Bundestag für die Gesetze zuständig sind. Weniger bekannt war, dass auch Interessenvertreter mitreden können und sollen.

Verbesserungen bei Arbeit, Wohnen und Beratung

Im zweiten Teil ging es um die geplanten Verbesserungen: Werkstatträte erhalten mehr Macht, Menschen dürfen mehr sparen und sollen selbstbestimmt entscheiden dürfen, wo und wie sie wohnen. Eine unabhängige Beratung soll dafür sorgen, dass optimale individuelle Lösungen gefunden werden.  Das Gesetz allein wird nicht ausreichen – letztlich ist es Aufgabe der ganzen Gesellschaft, dass eine gleichberechtigte Teilhabe möglich wird.

Für Rechte einsetzen – auch im Alltag

In den zahlreichen Wortmeldungen berichteten die Teilnehmer/innen über Sorgen und Probleme im Alltag. Deutlich wurde, dass Regeln auch im Alltag wichtig sind – das Recht auf Privatsphäre müssen auch Eltern beachten und beim Abwasch sind auch mal die Jungs der Wohngemeinschaft dran!
Es war eine weitere schöne Veranstaltung! Die Kooperation zwischen Volkshochschule und der Backnanger Werkstätten der Paulinenpflege Winnenden wird 2019 mit einem Seminar zur Kommualwahl 2019 fortgesetzt. Weitere Angebote für Menschen mit Behinderungen finden Sie in hier.

Weitere Informationen finden Sie auf meiner Homepage.

Freitag, 13. Juli 2018

Politik und Politikvermittlung können Spaß machen!

Für die Landeszentrale für politische Bildung habe ich ein Seminar über Themen und Methoden bei Politikseminaren für Menschen mit Behinderungen konzipiert und durchgeführt. Die Teilnehmer/innen – Fachlehranwärter/innen eines Fachseminars für Sonderpädagogik – waren im Rahmen ihrer Vorlesungsreihe „Mensch in der Gesellschaft – Leben in der Gesellschaft“ in die Landeszentrale nach Stuttgart gekommen.

Teilhabe ermöglichen

Die Bedeutung von Multiplikator/innen für das Gelingen politischer Teilhabe kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Das große Interesse der Teilnehmer/innen hat mich deshalb sehr gefreut. Nach einer gemeinsamen Klärung zentraler Begriffe stand der Austausch im Mittelpunkt. Die Referendar/innen berichteten über ihre Arbeit und die weiterhin bestehenden Beschränkungen bei der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe.

Interessante Konzepte für Veranstaltungen

Nach einem Überblick über meine Erfahrungen mit Themen und Methoden waren die Teilnehmer/innen dran: In Kleingruppen erarbeiteten sie Konzepte für Veranstaltungen zu den Themen Mitbestimmung, Flüchtlinge und Europa. Die Ergebnisse waren beeindruckend und erfüllten die Anforderung, dass Politik und Politikvermittlung auch Spaß machen können!

Informationen für Schüler/innen und Lehrer/innen

Im letzten Teil stellte ich gemeinsam mit Prof. Siegfried Frech, Redakteur der Zeitschrift „Bürger im Staat“ bei der Landeszentrale, die umfangreichen Informationen der Landeszentrale für Schüler/innen und Lehrer/innen vor. Im Shop der Landeszentrale konnten sich die Teilnehmer/innen mit Informationsmaterial für sich und ihre Schüler/innen eindecken. Die kostenlosen bzw. günstige Materialien können Sie auch online bestellen.

Lehrer/innen bei der politischen Bildung unterstützen

Es war ein schönes Seminar, das den Teilnehmer/innen hoffentlich genauso gefallen hat wie mir.  Besonders Sonderpädagog/innen können viel zur Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen beitragen. Sie dabei zu unterstützen und ihnen Informationen über die oft komplizierte Politik bereitzustellen sind deshalb wichtige Aufgaben der politischen Bildung.

Weitere Informationen finden Sie auf meiner Homepage.

Donnerstag, 21. Juni 2018

Zentrum für inklusive politische Bildung

Einen tollen Ansatz hat das Zentrum für inklusive politische Bildung (ZipB).

Laboratorium für inklusive politische Bildung

Das ZipB versteht sich v.a. als Laboratorium zur Erkundung, Entwicklung und Erprobung inklusiver Konzepte im Bereich der politischen Bildung. Dabei kommt hier ein heterogenes Team von jungen und erfahrenen Wissenschaftler/innen mit Bildungspraktiker/innen zusammen und wird stets von diversen Menschen mit Ausschlusserfahrungen begleitet und beraten.

Neue Konzepte erkunden und entwickeln

Das Zentrum für inklusive politische Bildung hat sich zum Ziel gesetzt neue Konzepte praxisorientiert und interdisziplinär zu erkunden, zu entwickeln und zu erproben um dadurch den Herausforderungen inklusiver politscher Bildung und den notwendigen Transformationsprozessen mehrdimensional – also auf theoretischer wie praktischer Ebene – zu begegnen.
Diese Konzepte sollen allen Menschen Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglichen.

Bildungspraxis und Bildungsforschung auf Augenhöhe

Ganz konkret wollen wir durch das ZipB ein Raum schaffen, in dem sich Bildungspraxis und (politische) Bildungsforschung auf Augenhöhe begegnen, um gemeinsam Inklusion in der politischen Bildung (weiter) zu entwickeln und zu erforschen, ganz praktisch zu erproben, in die Köpfe und schließlich auch in die individuell erfahrene Lebenswelt der Menschen zu bringen.

Notwendigkeit einer inklusiven politischen Bildung

Besonders gefallen hat mir die Beschreibung der Notwendigkeit einer inklusiven politischen Bildung:
  • Die politische Bildung erreicht bisher nur einen geringen Teil der Menschen.
  • Gruppenbezogene und häufig defizitorientierte Lösungsansätze führen aktuell nicht zur Teil-habe von marginalisierten und diskriminierten Teilen der Gesellschaft