Glaubt man den Meinungsumfragen, könnte die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit erringen. Niklas Ottersbach analysiert für den Deutschlandfunk die Pläne und zeigt, welche Veränderungen dies für die Inklusion bedeuten wurde. Die Wahlen im Osten sind Teil meiner Seminarangebote im Bereich Demokratie und Wahlen,
Bildung ist kein Nischenthema mehr
Lange war die Bildungspolitik für die AfD ein Nischenthema. Hans-Thomas Tillschneider hat den Kulturkampf vorangetrieben und das Programm bestimmt. Da Bildung Ländersache ist, könnte eine AfD-Landesregierung ihre Vorstellungen schneller und unmittelbarer durchsetzen.
Homeschooling statt Schulpflicht
Eltern sollen die Möglichkeit haben, ihre Kinder zuhause zu unterrichten. Da die Schulpflicht in der Verfassung verankert ist, bräuchte es eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Dennoch ist das Thema heftig umstritten, Ministerpräsident befürchtet ein Schulsterben.
Kritik an Erinnerungskultur: Weniger Gedenkstättenbesuche?
In der Schule soll es „Mehr Bismarck und weniger Hitler“ geben. Die Nationalflagge soll gehisst und die Nationalhymne gesungen werden. Die NS-Zeit werde nicht geleugnet, andere „prägende Zeiten“ aber stärker gewichtet werden. Dazu gehört auch die Forderung weniger Schülerfahrten zu NS-Gedenkstätten durchzuführen. Da die Landeszentrale für politische Bildung abgeschafft werden soll, wäre die Finanzierung der Gedenkstätten deutlich schwieriger.
Die AfD will die Inklusion beenden
Schon jetzt liegt die Inklusionsquote in Sachsen-Anhalt weit unter dem Bundesdurchschnitt – ein Grund war der Lehrermangel. Die AfD will nun „das Experiment Inklusion“ beenden, da behinderte Kinder den Unterricht lähmen. Auch diese Forderung wird kritisiert, nicht zuletzt, weil es sich um kein Experiment, sondern um Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention handelt. Laut Experten dürften Klagen dagegen aber schwierig werden.
Lehrermangel: AfD-Wahlprogramm ignoriert Seiteneinsteiger
Mittlerweile ist jeder zweite neueingestellte Lehrer ein Seiteneinsteiger – im Wahlprogramm kommt das Thema aber nur in Verbindung mit der Forderung nach „Mehr Russisch-Unterricht“ vor.
Widerstand in Politik und Kultur
Vereter anderer Parteien und die Kulturinstitutionen kritisieren die AfD-Vorschläge heftig. Intiativen bereiten Informationskampagnen vor – es wird sich zeigen, ob das hilft.