Montag, 19. Oktober 2026

Inklusion: Diese Helfer sind teuer, helfen aber gar nicht so viel

 Martin Spiewak kritisiert in der ZEIT  die zunehmende Anzahl an Schulbegleitern als teuer und nicht besonders hilfreich. 

Das Bildungssystem hat ein Verteidigungsproblem 

Im internationalen Vergleich gibt Deutschland mittlerweile pro Schüler überdurchschnittlich Geld aus – das nationale Bildungsbudget ist seit 2014 um 50 % gestiegen, die Kinder- und Jugendhilfe gar um 108 %. Der Autor argumentiert, dass unser System eher ein Verteilungsproblem hat: Milliarden versickern in Strukturen, die niemand durchschaut. Mitunter schaden die Ausgaben sogar mehr, als sie nützen. 

Debatte über Schulbegleitung 

Aktuell wird heftig über Kürzungen bei Schulbegleitungen diskutiert. Schulbegleiter unterstützen Kinder mit körperlichen oder psychischen Erkrankungen oder auch Autismus und ADHS. Die Betreuung reicht von ein paar Stunden über den ganzen Schultag. Eine pädagogische Ausbildung ist meistens nicht notwendig. Oft sind sie unverzichtbar. Fällt der Schulbegleiter kurzfristig auf, denn oft ist ein Schulbesuch nicht möglich. Dennoch hält der Autor die Vorwürfe gegen die Regierungspläne für unberechtigt. 

Die Zahl der Schulbegleiter ist explodiert

Die Anzahl der Schulbegleiter ist stark gestiegen, waren es 2010 noch 5000 sind es jetzt 58000 – ein Anstieg um mehr als 1000 Prozent. Die Ausgaben belasten die Kommunen massiv – Tendenz steigend. Es gibt verschiedene Gründe für diese Entwicklung. Frühchen überleben öfter als früher und benötigen später Hilfe. Infolge der Migration müssen auch schwer traumatisierte Kinder integriert werden. Außerdem wird gründlicher gemessen - Und wer mehr testet, findet auch mehr.  Die Anzahl von Kindern mit „sonderpädagogischen Förderbedarf“ ist um 20 % gestiegen. Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert gemeinsames Lernen. 

Ein Wirrwarr der Zuständigkeiten zwischen Schule und Jugendamt

Durch den Mangel an ausreichenden Pädagogen werden die Schulbegleiter Lückenbüßer.
Einerseits wird bei Förderschullehrern gespart, andererseits das Geld für Helfer ausgegeben. Verschärft wird das Problem durch die zerspilitterten Zuständigkeiten. Für die Lehrer sind die Bundesländer, für die Helfer die Kommunen zuständig. Es verursacht nervenzehrende Abstimmungen, für den Autor ein Beispiel  wie dumm Deutschland viel Geld für Bildung ausgibt.

System ist pädagogisch fragwürdig 

Das System nutzt den betroffenen Kindern in vielen Fällen nicht einmal. Durch die Erwachsenen werden die Kontakte zu anderen Kindern reduziert, die permanente Betreuung kann verhindern, das Kinder selbständiger werden. In manchen Klassen haben mehrere Kinder Betreuer – und oft nichts zu tun. Ein Fachaussatz schrieb von „hilflos häkelnden Helfern“ Auch hier schlägt die Bürokratie zu – mal sind die Sozialbehörden, mal das Jugendamt, eine schere Aufgabe für die Eltern, die die Helfer selbst organisieren müssen. 

Wege aus dem Kuddelmuddel

Dieses System hat sich über Jahrzehnte entwickelt und könnte überwunden werden, wie einzelnen modellschulen zeigen. In diesen Schulen ist ein Begleiter für mehrere Schüler zuständig. In Bremen bekommen alle Grundschulen einen Grundstock zugeteilt und können ohne großen Aufwand eingesetzt werden.: Es profitieren mehr Schüler, ohne dass die Kosten steigen. In Bremen haben die meisten Helfer auch pädagogische Erfahrung, 

Pooling sollte die Regeln sein 

In den letzten Jahren haben kommerzielle Anbieter das Feld entdeckt. Ach deshalb hofft der Autor auf eine bundesgesetzliche Lösung. Polling sollte die Regel werden. Außerdem sollte jeder, der an der Schule arbeitet, auch Teil davon sein. Die Hilfe ist Bringschuld der Schule. Das System zu reformieren wird aber kompliziert, der Autor wünscht deshalb auch dem Staat einen Begleiter, der ihm beim Lernen hilft.