In einer Kolumne von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung schreibt über Inklusion.
Die Natur ist ein Gerechtigkeitsrisiko
Das Leben beginnt ungerecht und es endet ungerecht in Bezug auf das Einkommen, aber auch bei der Gesundheit: Die eine ist ihr Leben lang gesund, die andere wird mit einer schweren Behinderung geboren. Angesichts des „Welttag der sozialen Gerechtigkeit“ fordert er eine inklusive Politik und um sozialen Schutz. Es geht also, wenn es um soziale Gerechtigkeit geht, auch um Schicksalskorrektur. Inklusion ist ein Name für dieses Projekt.
Ungerechte Ungleichheit als Aufgabe für die Gesellschaft
Prantl nennt einige Beispiele von Menschen, die Schicksalsschläge erlitten habe. Schicksal ist keine Entschuldigung fürs Nichtstun, sondern eine Aufgabe für die Gesellschaft. Erst wenn sie diese Aufgabe annimmt, wird sie wirklich zur Gesellschaft. Trotz gesetzlicher Maßnahmen gibt es immer noch viele Barrieren für Menschen mit Beeinträchtigungen.
Inklusion heißt: Sorge dafür, dass alle Angebote für alle zugänglich sind
Nicht die Menschen mit Behinderungen müssen sich anpassen, sondern die Gemeinschaft sorgt dafür, dass ihre Angebote für alle zugänglich sind. Du gehörst dazu, deiner Handicaps zum Trotz - und die Gesellschaft will alles dafür tun, dass du da mitmachen kannst.
Wie der innere Frieden zu erreichen ist
Es gibt kein Recht auf ein perfektes Leben, aber auf Hilfe, um dem Schicksal der Ausgrenzung oder Behinderung zu entkommen. Der Satz des Grundgesetzes „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ braucht eine positive Aufladung. „Inklusion verlangt auch, die Talente, Fähigkeiten und Fertigkeiten von Menschen mit Behinderungen gut zu nutzen.
Für den Sozialstaat bedeutet dies, dass ein guter Sozialstaat hilft, Defizite junger Menschen aufzufangen und die Stärken zu erkennen, zu nutzen und sie auszubauen. Das ist der Wert, das ist der Mehrwert der Inklusion.